Berlin : Zehlendorfer Welle rollt an

BVV stimmt geplantem Schwimmbad und Wellnesszentrum in der Clayallee zu

Cay Dobberke

Die „Zehlendorfer Welle“ kommt allmählich näher: Der Bau des neuen Schwimmbads und Wellnesszentrums an der Clayallee 330 soll noch in diesem Jahr beginnen, die Eröffnung ist für Oktober 2008 geplant.

Gerade hat auf dem Gelände der Abriss des 40 Jahre alten Stadtbads Zehlendorf begonnen, das die Bäderbetriebe vor vier Jahren wegen seines schlechten baulichen Zustands aufgegeben hatten. Am Mittwochabend ebnete dann die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf den Weg für das Neubauvorhaben. Der Bebauungsplan wurde einstimmig angenommen.

„Anfang August wollen wir den Bauantrag stellen“, kündigte der Investor OFB auf Nachfrage an. Eine Teilbaugenehmigung erwartet der Berliner Niederlassungsleiter Michael Bremer im September. Seine Projektentwicklungsfirma gehört zur Hessischen Landesbank und will 65 bis 67 Millionen Euro investieren.

Als Ersatz für das Stadtbad entsteht ein öffentlich zugängliches 25-Meter- Schwimmbecken. Nebenan ist ein Wellnesszentrum mit einem eigenen, kleineren Becken vorgesehen. Ein Ärztehaus soll die Dienstleistungen im Gesundheitsbereich abdecken. Dazu kommt Einzelhandel. Als größte Mieter wollen sich ein Saturn-Elektronikmarkt und ein C & A-Modekaufhaus ansiedeln. Geplant sind auch eine Apotheke, eine Buchhandlung und ein Drogeriemarkt. Für die Kunden wird eine Tiefgarage angelegt.

Der Investor betont, dass es sich um kein typisches Shoppingcenter handele. „Es wird maximal vier größere Geschäfte und zwei bis drei weitere Shops geben“, sagt Niederlassungsleiter Bremer. Dies entspricht Forderungen des Bezirks, der keine übermäßige Konkurrenz für die Geschäftsleute in Zehlendorf-Mitte wünscht. Laut einem Handelsgutachten füllt das Projekt in seiner geplanten Form jedoch eine Versorgungslücke und dürfte deshalb zu einer „höheren Kaufkraftbindung“ im gesamten Zentrum Zehlendorfs führen.

Erfolglos blieben Forderungen von Anwohnern und Kommunalpolitikern nach einem Nichtschwimmerbecken. Die SPD hatte dafür mehr als 500 Unterschriften gesammelt. Bremer argumentiert, das öffentliche Becken werde nur 1,35 Meter tief. Für Kleinkinder allerdings ist es damit ungeeignet.

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