Berlin : Zehn Verletzte bei Tom-Cruise-Dreh

Statisten stürzten bei den Dreharbeiten vom Lastwagen Opfer werfen der Filmfirma vor, nicht auf die Sicherheit geachtet zu haben

Der Drehtag vor dem früheren Reichsluftfahrtministerium ging mit einem bösen Unfall zuende. Jetzt machen die Statisten des Films „Valkyrie“ mit Tom Cruise der Produktionsfirma schwere Vorwürfe wegen angeblicher Sicherheitsmängel. Bei der Kameraprobe einer der letzten Einstellungen fielen am späten Sonntagabend elf Komparsen von einem fahrenden Wehrmachtslaster. Neun wurden leicht verletzt, einer verbrachte die Nacht zu Montag im Krankenhaus. Nach Angaben der Filmfirma United Artists sei es bei Schnittwunden und Prellungen geblieben.

Einer der verletzten Statisten sagte gestern, dass eine Sammelklage gegen die Verantwortlichen angestrengt werden solle. Die eingesetzten Lastwagen hätten schwere Sicherheitsmängel, sagte Komparse Alexander Klute. „Die haben mit unserem Leben gespielt.“ Nach seinen Angaben habe es am Wochenende bereits zwei Beinaheunfälle gegeben, aus denen keine Konsequenzen gezogen worden seien. So hätten bei den Filmlastern die Bremsen nicht richtig funktioniert, die Geländer um die Pritsche, auf der die Komparsen saßen, sei wackelig gewesen. Von der Filmfirma gab es zu diesen Vorwürfen am Montag keine Stellungnahme.

Nach Polizeiangaben hatte sich beim Lkw ein Riegel der Seitenplanke gelöst, diese sei heruntergeklappt. „Wir fuhren viel zu schnell in die Kurve“, berichtete Klute, „und sind dann rückwärts runtergefallen“. Der Unfall-Lkw, den United Artists von einem Sammler gemietet hatte, wurde von der Polizei sichergestellt. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung, auch das Landesamt für Arbeitsschutz hat sich eingeschaltet.

Laut Filmfirma soll das Fahrzeug beim Unfall nicht einmal Tempo 15 gefahren sein. Ein zweiter Komparse, der auf dem Unglückslaster saß, berichtete, dass der Fahrer den Unfall nicht bemerkt habe und zunächst weitergefahren sei. „Wir waren völlig schockiert und hatten Angst in der nächsten Kurve runterzufallen“, sagte dieser Darsteller. Die Konstruktion, auf der die Statisten sitzen sollten, sei „zu schwach und unsicher gewesen. Der Lkw sei kein Original aus der Nazizeit gewesen, sondern ein tschechisches Fabrikat, „das mit Farbe und Brettern“ zusammengebastelt“ gewesen sei.

„Beim Film ist es wie auf der Baustelle“, sagte Lagetsi-Sprecher Robert Rath – „keiner fühlt sich für die Sicherheit verantwortlich“. Wie berichtet, war im Juli 2006 bei Dreharbeiten der Stuntman Michael Gast getötet worden. Der 39-Jährige war bei Aufnahmen für den ZDF-Film „Ein Unglück namens Emma“ mit einem Auto in den Teltowkanal gestürzt und ertrunken. Ha

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