Zehntausende Plakate : Berliner SPD zieht mit 300000 Euro in den Wahlkampf

Die Berliner SPD hat am Montag die heiße Phase des Wahlkampfes offiziell eröffnet. Wie die Wahl gewonnen werden soll ist klar. Nur wer mitregieren dürfen soll, ist noch ein kleiner Streitpunkt.

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SPD-Landeschef Jan Stöß (erhobener Arm) und die 12 Direktkandidaten haben am Montag die heiße Phase des Wahlkampfes für die SPD eröffnet.
SPD-Landeschef Jan Stöß (erhobener Arm) und die 12 Direktkandidaten haben am Montag die heiße Phase des Wahlkampfes für die SPD...Foto: dpa

Lollis, Schaufeln und jede Menge Kulis: Die Berliner SPD hat am Montag offiziell ihren Wahlkampf eröffnet und ihre Werbemethoden vorgestellt. Darunter 2500 Gimmicks, die die Bürger am Wahltag an die Sozialdemokraten erinnern sollen.
Insgesamt 300 000 Euro lässt sich die Berliner SPD in diesem Jahr den Bundestagswahlkampf kosten. Bundesweit liegt der Wahlkampfetat der SPD bei etwa 20 Millionen Euro. „Wir sind in der Stadt präsent“, sagt SPD-Landeschef Jan Stöß zum Auftakt. Eigentlich unnötig zu erwähnen angesichts von 35 000 kleineren Plakaten und 500 Großplakaten, die der Landesverband von dem Geld finanziert und verteilt hat. Dazu kommen 850 Infostände.
Einigkeit herrscht im Landesverband naturgemäß darüber, dass die Wahl gewonnen werden müsse. Dazu soll vor allem der Haustürwahlkampf dienen. 60 000 Haushalte sollen besucht werden. Wahlkampfleiterin Kirstin Fussan hat errechnet, dass die Wahlkämpfer dafür 500 000 Treppenstufen steigen müssen.
Uneinigkeit herrscht aber in der Frage, mit wem im Zweifel koaliert werden kann, um die zentralen Wahlkampfforderungen der SPD – bezahlbarer Wohnraum, Mindestrente und Abschaffung des Betreuungsgeldes zugunsten von mehr Investitionen in die Bildung – auf Bundesebene auch wirklich umsetzen zu können.

Während Jan Stöß, der offiziellen Linie der Bundespartei folgend, auf die Wunschkoalition aus SPD und Grünen verweist, wollen einige der Kandidaten sich die Möglichkeit eines Bündnisses mit der Linkspartei grundsätzlich offen halten. Sollte es für Rot-Grün nicht reichen, müsse eine Koalition aus Rot-Rot-Grün diskutiert werden, meinten etwa die Direktkandidatinnen Ute Finckh-Krämer und Cansel Kiziltepe. Trotz einiger Skepsis der Linken gegenüber sagte auch SPD-Bundestagsmitglied Swen Schulz, die SPD dürfe sich Gesprächen nicht generell verschließen.

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