Berlin : Zehntklässler im Vergleich

Am Montag beginnen zentrale Arbeiten in allen Hauptfächern

Susanne Vieth-Entus

Die Spannung steigt: Rund 32000 Zehntklässler und ihre Lehrer steuern auf ihre ersten obligatorischen Vergleichsarbeiten zu. Gestern konnten alle Schulleiter die Aufgaben in verschlossenen Umschlägen in Empfang nehmen. Geöffnet werden dürfen sie von den Lehrern aber erst direkt vor Klausurbeginn: Am kommenden Montag geht es los mit dem Fach Deutsch, am Dienstag und Mittwoch folgen die Fremdsprachen, am 17.Mai wird Mathematik geschrieben.

Dass die Arbeiten für die Mehrzahl der Schüler kein Honigschlecken wird, ist absehbar: Beim Probelauf mit einigen tausend Schülern im vergangenen Jahr gab es ernüchternde Ergebnisse. Insbesondere in Mathematik scheiterten Real-, Haupt- und Gesamtschüler massenhaft. Ähnlich sah es in Englisch aus. Der HU-Erziehungswissenschaftler Rainer Lehmann resümierte daraufhin, dass der Unterricht offenbar alles andere als optimal und „nicht anspruchsvoll genug“ sei. Einige Schulen forderten damals unter dem Eindruck der schlechten Ergebnisse, die Anforderungen zu senken, damit die Arbeiten besser ausfallen und mehr Schüler den Mittleren Bildungsabschluss erreichen: Den soll es ab 2006 nur bei bestandener Vergleichsarbeit geben und nicht wie bisher automatisch mit der Versetzung in die elfte Klasse.

Längst hat das Landesinstitut für Schule und Medien die Aufgabenstellungen modifiziert und Beispiele ins Internet gestellt, damit sich Eltern, Lehrer und Schüler informieren und vorbereiten können (www.lisum.de). Trotzdem sind viele Hauptschullehrer in Sorge. Sie fürchten, dass noch weniger Schüler als bisher die Mittlere Reife erreichen, weil die Vergleichsarbeiten auch für die besten ihrer Schüler zu schwierig seien. Von den Gymnasien sind ganz andere Töne zu hören. Obwohl es auch hier Schüler gab, die mit den Aufgaben ihre Probleme hatten, meinen jetzt viele Schulleiter, die neuen Aufgaben, die im Internet stünden, seien zu einfach.

Die FDP forderte gestern, die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten nicht in den Regalen „verstauben zu lassen“. Sie sollten für ein „Schulranking“ herangezogen werden und Auswirkungen auf die Schulfinanzierung haben.

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