Berlin : Zeit für die Rosen

Zu Pfingsten kann man in Gärtnereien und Baumschulen in Ruhe auswählen.

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Hier werden Pferde nicht in die Pfanne gehauen. In der Baumschule Scheerer im brandenburgischen Fredersdorf bei Berlin pflügt Kaltblut Liane den Boden zwischen den Baumreihen. Der Betrieb ist 80000 Quadratmeter groß – es gibt Pflanzen vieler Arten und Sorten. Foto: dpa
Hier werden Pferde nicht in die Pfanne gehauen. In der Baumschule Scheerer im brandenburgischen Fredersdorf bei Berlin pflügt...Foto: picture alliance / ZB

„Alles neu macht der Mai“, dichtete einst Hermann Adam von Kamp und besang damit das Erwachen der Natur in der warmen Frühjahrssonne. Auf dem Rosengut Langerwisch in Michendorf kann man gerade erleben, wie die ersten Rosen knospen und sich bereitmachen, bald ihre volle Pracht zu entfalten. „Wir haben 300 verschiedene Sorten – von englischen Rosen und Edelrosen bis Strauchrosen, historische Rosen und mehr. Jetzt ist die beste Zeit, sich welche für den eigenen Garten auszusuchen, weil die Auswahl noch groß ist“, verrät ein Mitarbeiter auf dem Rosengut. Ein Pfingstausflug ins Gartencenter? Warum nicht! Und nach dem Rosenkauf kann man nach Beelitz weiterfahren und dort frischen Spargel essen oder das Stangengemüse mit nach Hause nehmen (siehe Beitrag rechts).

Auch die Barnimer Baumschule in Biesenthal – ganz in der Nähe des Naturparks Barnim – lockt zwar nicht mit einem Pfingstochsen auf dem Grill, dafür aber aktuell mit Rhododendren und japanischen Ahornen. Diese kleinen Bäume, die zu den Fächerahornen zählen, sind als Gartenbäume besonders beliebt. Sie entfalten in der Regel erst im Herbst ihre volle Farbpracht, aber manche Sorten zeigen auch schon jetzt im Frühjahr während der Austriebs besondere Färbungen an den filigranen Blättern.

Wie bei allen Baumschulen in Berlin und Brandenburg, die ihre Pflanzen und Bäume auf den eigenen Gelände ziehen, sind auch hier die Pflanzen den besonderen Bodenbedingungen der Region angepasst.

Wer sich also einen Baum oder einen Rhododendron für den heimischen Garten mitnehmen möchte, muss sich keine Sorgen machen, dass die Pflanzen Probleme mit dem sandigen Boden haben. Allerdings sollte man das nicht gerade sonntags machen wollen, denn da ist die Baumschule geschlossen. Als Tipp empfiehlt Andreas Pachali, Bereichsleiter der Barnimer Baumschule, einen zusätzlichen Besuch im benachbarten Milchladen und in der Schaumolkerei von Lobetal Bio. „Der Eingang ist direkt neben unserem Pflanzencenter“, verrät er.

Aber man muss nicht unbedingt so weit fahren, um einen Tag zwischen Bäumen und Blumen zu verbringen. Auch die Späth’schen Baumschulen in Treptow sind immer einen Ausflug wert. Auf dem rund 25 Hektar großen historischen Baumschulgelände an der Späthstraße lädt das Hofcafé mit leckerem Kuchen zum Verweilen im Grünen ein. Und im Anschluss kann man einen Pfingstspaziergang im Späth-Arboretum der Humboldt-Universität machen. Der verwunschene botanische Garten für wertvolle Gehölze wurde 1879 nach Plänen des Berliner Stadtgartendirektors Gustav Meyer im Stil eines englischen Landschaftsgartens – samt Steingarten und Teichanlage – angelegt und ist über die Pfingsttage täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Außerdem gibt es seit kurzem auch einen Skulpturengarten auf dem Baumschulengelände mit Werken des Meraner Künstlers Christanell Franz, die er aus Naturmaterialien wie Holz, Stein, Erde, Keramik und Metall fertigt. Und für Liebhaber frischer Kräuter bietet der hofeigene Kräutergarten ein Paradies mit einer umfangreichen Auswahl verschiedener Küchenkräuter, darunter jede Menge aromatischer Basilikumsorten.

Wer aber nicht nur gucken, sondern selbst Hand anlegen will, kann einen Kennenlern-Mitmachtag auf dem Hof der Wilden Gärtnerei in Rüdnitz vereinbaren. Die Versorgungsgemeinschaft Selawilde sucht für die aktuelle Gartensaison noch Ernteanteilhaber, die Lust haben, gemeinsam mit anderen HobbygärtnernTomaten zu pflanzen, Unkraut zu jäten und nach getaner Arbeit gemeinsam zu kochen.

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