Zeitung im Salon : Titel, Thesen, Texte

Harald Martenstein liest aus seinem neuen Kolumnenband "Der Titel ist die halbe Miete". Melden Sie sich an!

Harald Martenstein.
Harald Martenstein.Foto: dpa

„Bei einem Buch ist der Titel die halbe Miete“, so heißt es im Verlagswesen: Ist er gut, verkauft sich das Werk wie von selbst. Harald Martensteins neues Buch ist das erste seit Verlegergedenken, das diesen Spruch selbst auf dem Umschlag trägt. Praxistest für eine alte Weisheit, vom Autor vorgeschlagen und im Verlag zunächst abgelehnt: „Die Verlagsleute meinten, so eine Art von Ironie würde nicht verstanden werden.“

In der neuen Sammlung seiner Kolumnen aus „Zeit“ und Tagesspiegel spürt Harald Martenstein den Widrigkeiten des Alltags nach („Der Titel ist die halbe Miete“, C. Bertelsmann, 175 Seiten, 16 Euro). Er schildert seine Erfahrungen mit Fasten, Fernsehen und Vatertag, denkt über Carla Bruni und Google nach. Und philosophiert über Buchtitel: Warum etwa werden manche Bestsellertitel so oft kopiert (nach Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ erschienen unter anderem „Anleitung zum Zickigsein“, „Anleitung zum erotischen Fesseln“ und „Anleitung zum Leben als Bodhisattva“), andere dagegen nicht? „Nach ,Der Schwarm‘ ist ja keineswegs ein Roman herausgekommen, welcher ,Das Rudel‘ hieß, auf ,Das Parfum‘ ist nicht ,Das Shampoo‘ gefolgt. Susanne Fröhlich aber hat an ihr Gewichtsproblembuch ,Moppel-Ich‘ sogleich das Faltenproblem ,Runzel-Ich‘ drangehängt, als nächstes dürften das Gehproblembuch ,Wackel-Ich‘ und das Vergesslichkeitsbuch ,Schussel-Ich‘ herauskommen.“

Im Salon liest Harald Martenstein aus seinem Buch und spricht mit Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt über Wundersames aus der Welt von heute und wie wir damit klarkommen können. Und am Flügel tröstet Jazzpianist Johannes Kersthold über manch erschütternde Erkenntnis hinweg.

Zeitung im Salon, 29. März, 11.30 Uhr, Die Distel, Friedrichstraße 101. Eintritt 14 Euro. Anmeldung ist erforderlich unter 26009- 582 heute von 7.30 Uhr bis 20 Uhr).

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