Berlin : Zeller will Mauer-Kreuze erhalten

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Das umstrittene Mauermahnmal am Berliner Checkpoint Charlie könnte auch im neuen Jahr vom Abriss zunächst verschont bleiben. Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Joachim Zeller (CDU), sagte am Mittwoch: „Ich könnte mir vorstellen, dass es stehen bleibt.“ Das Mahnmal habe die Seelen vieler Menschen angesprochen, die einen Ort der Erinnerung an die Berliner Mauer suchten. Zeller appellierte in diesem Sinne an die für das Grundstück zuständigen Banken.

Die Chefin des Berliner Mauermuseums, Alexandra Hildebrandt, sagte, sie verhandele derzeit mit der BAG Bankaktiengesellschaft in Hamm über eine Verlängerung des Pachtvertrages beziehungsweise einen Kauf des Areals. Sie sei zudem mit potenziellen Geldgebern im Gespräch. Auch bei einem Scheitern der Verhandlungen werde sie das Mahnmal auf keinen Fall abreißen lassen.

Zeller betonte: „Es wäre die schlechteste Lösung, die Kreuze jetzt abzureißen.“ Er sprach sich dafür aus, das Mahnmal stehen zu lassen, bis eine endgültige Lösung für die Grundstücke gefunden sei und ein Investor mit Bauarbeiten beginne. Es könne nicht sein, dass das Mahnmal geräumt werde und danach dort wieder eine unschöne Brache entstehe. Das Mahnmal könnte nach seiner Ansicht in das künftige Gedenkstättenkonzept des Senats integriert werden.

Mit der Installation aus 1065 Holzkreuzen und einem 150 Meter langen, wieder aufgebauten Mauerabschnitt auf bislang brachliegenden Grundstücken hatte die Witwe des im Januar gestorbenen Museumsgründers Rainer Hildebrandt im Herbst eine heftige Kontroverse um die Form des Gedenkens an die Opfer von Mauer und Stacheldraht ausgelöst. dpa

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