Zensus 2011 : Fakten zur Befragung

Alle zehn Jahre soll in Deutschland ein Zensus stattfinden. Alle Fakten auf einen Blick.

DER ZWECK

In der Bundesrepublik wurde die Bevölkerung zuletzt 1987 gezählt, in der DDR 1981. Seither wurden die Daten zwar anhand von Geburten, Todesfällen und Ummeldungen aktualisiert, aber das war zunehmend ungenau. Deshalb wird nun auf Anweisung der EU neu gezählt, eine Inventur, die künftig alle zehn Jahre wiederholt werden soll. Die Daten sind Grundlage für vielerlei Planungen, vom Kita- und Schulbedarf bis zu Kliniken und Senioreneinrichtungen.

DER ZEITPLAN

Die Volkszählung „Zensus 2011“ startet deutschlandweit Anfang Mai und wird sich über mehrere Monate hinziehen. Nach der Auswertung werden ab Ende 2012 Ergebnisse bekanntgegeben.

DIE BEFRAGTEN

Beim Zensus 2011 kommt ein neues computergestütztes Verfahren zum Einsatz, bei dem in erster Linie vorhandene Daten in Verwaltungsregistern abgeglichen und ausgewertet werden.

Deshalb müssen nicht mehr, wie einst, alle Haushalte direkt Auskunft erteilen, sondern nur noch ein geringer Prozentsatz. In Berlin werden knapp 130 000 Personen befragt, das sind vier Prozent der Haushalte, in Brandenburg 300 000 Personen (12 Prozent). Die verschiedenen Anteile hängen mit der Besiedlungsdichte zusammen. Je mehr Menschen beieinanderwohnen, umso weniger Haushalte müssen für verlässliche Ergebnisse befragt werden. Die Haushalte werden vom Computer per Zufallsprinzip ausgesucht.

DER ABLAUF

Rund 1800 sogenannte Erhebungsbeauftragte, kurz: Interviewer, kündigen Anfang Mai den ausgewählten Haushalten per Postkarte ihren Besuch zum Ausfüllen des Fragebogens an. Zugleich machen sie Terminvorschläge. Wer angeschrieben wird, ist zum Auskunftgeben gesetzlich verpflichtet. Andernfalls drohen Strafgelder ab 300 Euro aufwärts.

Man kann allerdings den Fragebogen auch selber ausfüllen und versenden oder online übermitteln.

DIE INTERVIEWER

Gefragt wird beispielsweise nach Alter, Geschlecht und Familienstand, Staatsangehörigkeit, Migrationshintergrund sowie Bildung und Berufstätigkeit. Die Interviewer haben sich beim Amt für Statistik freiwillig gemeldet. Sie werden dort vor Beginn ihres Jobs bei zwei Informationsveranstaltung eingewiesen. Um ihre charakterliche Eignung zu prüfen, müssen sie einen Fragebogen ausfüllen und ein kurzes Einstellungsgespräch absolvieren. Jeder Helfer kümmert sich um etwa 100 Haushalte und bekommt 7,50 Euro pro ausgefüllten Bogen. Für mit der Post zurückgeschickte oder gemailte Bögen gibt es nur 2,50. Das soll ein Anreiz sein, damit sie sich bemühen, möglichst viele Bögen gemeinsam mit den angeschriebenen Personen auszufüllen. Die Statistiker erhoffen sich davon mehr Sorgfalt.

DER DATENSCHUTZ

Die Auswertung aller Daten erfolgt anonymisiert, sie dürfen an keine Behörde weitergegeben werden. Um Missbrauch zu vermeiden, werden die Interviewer nicht in ihrer Nachbarschaft, sondern in weiter entfernten Wohngebieten eingesetzt.CS

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