Berlin : "Zerv" wird aufgelöst: Ermittlungen für die Einheit

Die Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (Zerv) ist Geschichte. Nach neunjähriger Ermittlungstätigkeit wird die Berliner Polizeibehörde zum Jahresende aufgelöst. Am gestrigen Donnerstag schraubte der letzte Chef, Matthias Graichen, das Zerv-Schild am Dienstgebäude am Columbiadamm in Tempelhof ab und übergab es der Polizeihistorischen Sammlung.

Mit der Auflösung gehe ein Kapitel deutscher Geschichte zu Ende, sagte Innensenator Eckart Werthebach (CDU). Zerv sei ein "wichtiger Faktor bei der Wiederherstellung der inneren Einheit Deutschlands" gewesen. Die Ermittlungsstelle habe sich nachhaltig für die Interessen der Opfer von Gewaltherrschaft und Willkür in der DDR eingesetzt und dazu beigetragen, einen Teil der DDR-Vergangenheit aufzuarbeiten.

Die Zerv wurde am 1. September 1991 als kriminalpolizeiliche Dienststelle beim Berliner Polizeipräsidenten gebildet. Ihre Aufgabe war die strafrechtliche Aufarbeitung der SED- und DDR-Vergangenheit sowie der Vereinigungskriminalität in all ihren Erscheinungsformen. Dabei ging es um vereinigungsbedingte Wirtschaftskriminalität, Tötungsdelikte, Körperverletzung und Menschenrechtsdelikte.

Insgesamt bearbeitete Zerv laut Senatsinnenverwaltung 20 327 Ermittlungsverfahren. Davon waren 16 323 Fälle dem Bereich Regierungskriminalität und 4004 Verfahren dem Bereich vereinigungsbedingte Wirtschaftskriminalität zuzuordnen.

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