Berlin : Zeugin in Haft: Vom Baby getrennt

Anwältin verlangt beim Verfassungsgericht sofortige Freilassung

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Die Anwältin ist fassungslos. Ihre Mandantin Oksana T. (35) sollte laut Gericht zusammen mit ihrem sechs Monate alten Sohn in Beugehaft genommen werden. In dem Verfahren geht es um einen Mann, der wegen Zuhälterei und 52facher Vergewaltigung angeklagt ist. Die ehemalige Prostituierte T. ist die Hauptbelastungszeugin. Sie hatte die Aussage aus Angst vor Repressalien verweigert. Diese Gefahr sieht das Gericht aber nicht. Deshalb die Beugehaft. Doch die Vollzugsbehörden haben den Richterbeschluss offenbar nicht genau gelesen: Laut T.s Anwältin Silke Studzinsky kam die Frau zwar in Beugehaft – aber ohne ihr Baby. Grund: Das Gefängnis, in das Beugehäftlinge kommen, hat keine Kinderstation. Die Behörden verletzten durch ihr Vorgehen die Berliner Verfassung, sagt Studzinsky. Die Anwältin hat am Dienstag beim Verfassungsgerichtshof beantragt, T. freizulassen. Denn der Vater sei nicht in der Lage, das Baby zu versorgen. ari

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