Berlin : Zigaretten aus Tomaten

Die Gewinner. Jonas Schmidt, Joana Wiebach und Sascha Wustrow.Foto: Uwe Steinert
Die Gewinner. Jonas Schmidt, Joana Wiebach und Sascha Wustrow.Foto: Uwe SteinertFoto: uwe steinert

Der Eischnee einer Mousse au Chocolat lässt sich mit Mitteln der „Molekularen Küche“ durch Apfelschaum ersetzen, der aus Apfelsaft, Guaran und dem Stabilisator Xanthan besteht. Nach einigen Versuchen sei es ihnen gelungen, den „Eischnee adäquat zu ersetzen“, was hilfreich für Allergiker sein könne, sagen Joana Wiebach, Jonas Schmidt und Sascha Wustrow von der Tegeler Humboldt-Oberschule. Mit ihrem Chemie-Experiment gehörten die 18- bis19-jährigen Schüler am Mittwoch zu den Landessiegern im 45. Wettbewerb „Jugend forscht“, die Berlin im Mai beim Bundesentscheid in Essen vertreten werden.

Den Nikotingehalt von Tomatenblättern untersuchte Chantal Emmerling, die gerade eine Ausbildung beim Lette-Verein begonnen hat und im Bereich Biologie gewann. Sie verglich Tabak mit Tomaten, da beide Nachtschattengewächse sind. Die 20-Jährige wies das Nervengift in Tomatenblättern nach, allerdings in so niedriger Konzentration, dass eine Tomatenzigarette drei Mal weniger Nikotin als eine herkömmliche Leichtzigarette enthalten würde.

Derweil entwickelte die Technik-Siegerin Karla Metzkow von der Käthe-Kollwitz-Oberschule in Prenzlauer Berg eine Methode zum „maschinellen Sehen“ mit einem Lego-Roboter, während Franz Radke von der Heinrich-Hertz-Oberschule in Friedrichshain die Eignung des sogenannten Flettner-Rotors als „Schiffantrieb der Zukunft“ überprüfte. Alexander Jahn, Erstsemesterstudent an der FU, überzeugte im Bereich Mathematik mit einem Programm, das komplizierte Partikelsimulationen auf billigen Computern ermöglicht.

Insgesamt gab es 82 Teilnehmer aus 23 Schulen, die 24 Arbeiten für „Jugend forscht“ einreichten und 17 für die Schau „Schüler experimentieren“, die für unter 15-Jährige gedacht ist und kein Wettbewerb ist. Insgesamt wuchs die Teilnehmerzahl, allerdings nur wegen eines Zuwachses bei „Schüler experimentieren“. Bei „Jugend forscht“ gebe es einen Rückgang, sagte Martin Stöckmann, Leiter der Berufsausbildung bei Siemens. Dort fand die Ausstellung und Siegerehrung bereits zum 20. Mal statt. Wissenswertes meldeten auch Teilnehmer, die nicht auf dem Siegerpodest standen: So testeten Schüler der Archenhold-Schule in Treptow-Köpenick Badeanzüge mit UV-Schutz. Diese seien zwar teurer als normale Bademode, sagten sie, schützten aber wirklich „wesentlich stärker“ vor Sonnenbrand. CD

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