Berlin : Zivilpolizisten feuern auf Auto 20-jähriger Fahrer versuchte zu fliehen

Timo Kather

Zwei Polizeibeamte in Zivil haben in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag mehrere Schüsse auf ein fliehendes Auto abgegeben. Wie oft die Polizisten feuerten, ist noch unklar. Nach Angaben eines Polizeisprechers schlug mindestens ein Projektil in den hinteren Kotflügel des Autos ein; mindestens ein weiterer Schuss wurde in die Luft abgefeuert. Der Wagen war seinem Besitzer im Dezember geraubt worden; die Nummernschilder waren laut Polizei als gestohlen gemeldet.

Die Zivilstreife war gegen 2 Uhr zum Kino „Passage“ in die Karl-Marx-Straße nach Neukölln gerufen worden. Unbekannte hatten eine Scheibe eingeworfen und waren in den Vorraum des Kinos eingebrochen. Als die Polizei eintraf, waren die Täter verschwunden. Die Polizisten schwärmten in der Gegend aus. In der Richardstraße entdeckten sie ein parkendes Auto, in dem ein 20-jähriger Mann saß. Als die Beamten den Fahrer überprüfen wollten, ergriff er die Flucht – und fuhr dabei eine unbeteiligte Passantin an. Die Polizisten zückten die Waffen und schossen. Nachdem der 20-Jährige drei parkende Autos gerammt hatte, ließ er den Wagen stehen und rannte zu Fuß weiter. Auf einem Schulhof in der Donaustraße wurde er festgenommen.

Der Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtende ist streng geregelt. Ein Polizist darf nur schießen, wenn sich ein dringend Tatverdächtiger einer Festnahme entziehen will und nichts anderes Erfolg verspricht. Dabei muss zunächst auf Gegenstände – wie in diesem Fall der Fluchtwagen – geschossen werden. Zuvor muss der Flüchtende durch einen Zuruf oder einen Warnschuss gewarnt werden.Timo Kather

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