Zoo Berlin : Nachtschwärmer unter sich

Der Zoo eröffnete umgebautes Domizil für Tiere, die im Dunkeln leben.

Zwergplumploris
Augen auf: Die Zwergplumploris sind los. -Foto: Zoo Berlin

Die Erdferkel gefielen dem Regierenden Bürgermeister gestern am besten. Um der Wahrheit die Ehre zu geben – die possierlich umhertapsenden Tiere waren neben den Rattenkängurus auch fast die Einzigen, die sich am Donnerstagmittag zur Wiedereröffnung des umgebauten Nachttierhauses im Zoo in ihrem neuen Zuhause dem „hohen Besuch“ quicklebendig präsentierten.

Andere Nachtgeister im Kellergeschoss des Raubtierhauses, wo 1975 eines der ersten Nachttierhäuser in deutschen Zoos entstand – wie Springhasen, Buschbabys, Bergmeerschweinchen, Wickelbären, Plumploris, Gürteltiere und Wüstenfuchs – machten sich in ihren großzügigen Landschaftsanlagen im Stockdustern rar. Lediglich blau leuchtende Glühwürmchen an der Decke geleiten den Besucher durchs nachtschwarze Gängelabyrinth, in dem Klaus Wowereit gestern gut gelaunt gleich zwei Mal eine Besichtigungsrunde drehte. Der neue Star im Nachttierhaus ließ sich trotzdem nicht sehen – ein Fingertier aus Madagaskar. Nach fast 100 Jahren zeigt der Zoo erstmals wieder diese Halbaffenart, deren Merkmal der ungewöhnlich lange Mittelfinger ist, mit dem es die Nahrung aus der Baumrinde puhlt.

Dem Regierenden und anderen geladenen Gästen versprach der Zoo- und Tierparkdirektor Bernhard Blaszkiewitz gestern zur Feier des Tages auch was zur Stärkung. Bevor sich aber alle den Berliner Buletten widmeten, wurde einer hiesigen Institution gleich doppelt gedankt: Sowohl Blaszkiewitz als auch Wowereit würdigten die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Ohne deren Hilfe wäre es nicht möglich gewesen, den nachtaktiven Tieren im Zoo für 1,6 Millionen Euro ein artgerechteres Zuhause zu geben.

Ein „Fest der Freude“ war deshalb die Wiedereröffnung für alle Beteiligten, kann der Zoo doch mit dem neuen alten Nachttierhaus nun ein weiteres Highlight für die Zeit vorweisen, in der das derzeit noch aktuelle Knutfieber mal abgeklungen ist. Nämlich dann, wenn der kleine Eisbär naturgemäß mal groß und stark sein wird, was auch Wowereit dem Bären gestern wünschte. Knut nannte der Regierende aber nicht als sein Lieblingstier. Das sei der Wombat – „Ich suche mir immer was raus, was nicht alle kennen.“ Wowereits Wombat ist ein Höhlen grabender australischer Pflanzenfresser aus der Familie der Beuteltiere. hema

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