Zoodirektor Knieriem im Interview : „Die beiden Pandas sind wie Yin und Yang“

Ab Donnerstag können die Berliner den „Panda Garden“ im Berliner Zoo besuchen. Zoodirektor Andreas Knieriem im Interview über Berlins neue Bären.

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Wilde Bärendame? Meng Meng gilt eigentlich als freundlich und neugierig.
Wilde Bärendame? Meng Meng gilt eigentlich als freundlich und neugierig.Foto: AFP

Jetzt steht es fest: Am Mittwoch, 5. Juli, werden die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der chinesische Präsident Xi Jinping, die neuen Berliner Pandabären Meng Meng und Jiao Qing in ihrem neu gebauten Zuhause im Zoologischen Garten besuchen und den „Panda Garden“ im Berliner Zoo eröffnen. Am 6. Juli können dann die Berliner die Pandas das erste Mal besuchen. Annette Kögel sprach mit Zoodirektor Andreas Knieriem übers Einleben der beiden Tiere und über die Vorbereitungen auf den hohen Besuch.

Man sagt ja immer, wer gut isst, dem geht es gut. Wie sieht es denn bei Meng Meng und Jiao Qing aus?
Den beiden Neu-Bärlinern geht es gut. Sie haben schon während des Fluges ordentlich gefressen. Unterwegs gab es Panda-Muffins und Bambus. Im Handgepäck haben wir gleich eine Tonne Bambus aus China mitgebracht. Heute haben unsere Pandas zum ersten Mal auch unseren europäischen Bambus probiert – auch der schmeckt den beiden Bambusbären ausgezeichnet.

Woher kommt eigentlich der Bambus, wie viel verputzen die Bären und wie wird das Grün überhaupt frisch gehalten?
Wir beziehen unseren Bambus von einem Bambuslieferanten aus den Niederlanden. Dort haben wir bereits im letzten Jahr unsere Bestellung aufgegeben. Die Bären fressen jeweils etwa bis zu 40 Kilogramm Bambus pro Tag.

Meng Meng und Jiao Qing haben jetzt ja ihre Glasboxen inspiziert, was haben sie da alles angestellt?
Vor allem Jiao Qing hat alles genausten inspiziert und sich gleich wie ein König auf seinen Bambus-Thron platziert. Auch Panda-Dame Meng Meng beschnuppert alles ganz genau und fühlt sich in ihrer Panda-Lounge ebenfalls pudelwohl.

Welchen Eindruck haben Sie als Zoochef und der Revierpfleger von den beiden? Wie lange bleiben die beiden chinesischen Kollegen aus Chengdu noch in Berlin?
Die Pandas sind eher bescheidene Tiere. Mich fasziniert, wie gelassen die beiden Pandas auf den Flug und die neue Umgebung reagieren. Wie lange die Kollegen aus Chengdu bleiben, steht aktuell noch nicht fest. Von anderen Zoos, die Pandas halten, wissen wir, das es einige Wochen dauern kann. In den vergangenen Tagen hat sich herausgestellt, dass die beiden ganz nach dem Prinzip Yin und Yang, nicht unterschiedlicher sein könnten: Das Männchen Jiao Qing verhält sich – wie es sich für einen ausgewachsenen Bären gehört – sehr dominant. Wenn der Bambus mal zu lange auf sich warten lässt, ist seine Ungeduld auch lautstark zu hören. Meng Meng hingegen ist sehr freundlich und äußerst neugierig.

Wie werden Meng Meng und Jiao Qing den Trubel anlässlich des hohen Staatsbesuches am 5. Juli überstehen, und dürfen sie ab dann in die Freianlage mit Kletterbäumen und Besucher-Pavillon oder werden die Kanzlerin und der Staatspräsident sie in den Glasboxen zu Gesicht bekommen?
Am 5. Juli werden Frau Merkel und den chinesischen Staatspräsidenten die Pandas als erstes durch die Glasscheiben sehen, anschließend dürfen die Tiere das erste Mal auch die Außenanlage erkunden. Wie schnell sie diese Option nutzen, ist allerdings nicht vorherzusagen.

Sie planen vom 6. Juli an zur Feier des Neubezugs ein tierisches Vergnügen für die Zoobesucher – was denn alles?
Aus Sicherheitsgründen werden die Pandas am Mittwoch nur für geladene Gäste und Presse zu sehen sein. Deshalb haben wir ein großes Besucherfest von Donnerstag bis Sonntag geplant. Neben den tierischen Stars bieten wir gemeinsam mit dem Chinesischen Kulturzentrum ein buntes chinesisches Fest rund um den Panda Garden an. Gezeigt werden eine Bilderausstellung und Shows der traditionellen Künste aus China.

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