Berlin : Zu viele Staus: Tegel plant um

Zweite Bauphase beginnt an einem Dienstag, um Verkehrsbehinderungen geringer zu halten

Rainer W. During

Aus Schaden wird man klug – auch, wenn es der Schaden anderer ist: Weil es am vergangenen Montag, dem ersten Tag der Bauarbeiten an der Brücke Richtung Flughafen Tegel, lange Staus gab, hat die Senatsverkehrsverwaltung die Pläne für die zweite Bauphase um einen Tag verschoben: Statt wie ursprünglich vorgesehen am traditionell flugstarken Montag, dem 12. Juli, beginnt sie nun am Dienstag, dem 13. Juli. In der zweiten Bauphase werden zwei der drei Spuren gesperrt, es ist dann mit noch längeren Wartezeiten als bisher zu rechnen.

Steffen John, zuständiger Gruppenleiter der Senatsverkehrsverwaltung, wehrte den Eindruck ab, an der Baustelle General-Ganeval-Brücke, die nach 30 Jahren saniert werden muss, würde nicht zügig genug gearbeitet. 24-Stunden-Einsätze gebe es allerdings nur in Ausnahmefällen, an den Wochenenden dagegen sei regelmäßig Dienst. „Zur Ausschreibung gehörte, dass Mehrschichtbetrieb erforderlich werden kann“, sagte John. Dass „nicht immer von 6 bis 22 Uhr“ Betrieb auf der Baustelle herrsche, liege daran, dass die einzelnen Arbeitsschritte nur nacheinander erledigt werden können. Heute beispielsweise werden, wie bereits gestern, Gullis eingebaut. Jeder Abschnitt werde „kontinuierlich zu Ende gebracht“, versicherte Steffen John. Wenn es klemmt, müssten die Firmen auch drei Schichten einplanen. Umgekehrt gebe es technisch bedingte Pausen. Die Kunststoffe, die anschließend für die Abdichtung der Brücke verwendet werden, brauchen ein bis zwei Tage, um auszuhärten. „Das sind Zeiten, da sieht man keinen Menschen auf der Baustelle.“

Die Reisenden scheinen sich indessen schnell auf die neue Anfahrtsituation eingestellt zu haben. Am Mittwoch kam es kaum zu Staus, die Fahrzeuge rollten mit der ersten Ampelphase über die Kreuzung und die General-Ganeval-Brücke. Auch die BVG-Busse, deren Fahrer zunächst angewiesen waren, auf der rechten Spur zu bleiben, würden jetzt beide Fahrstreifen nutzen, sagte John. Um die Arbeiten noch mehr zu beschleunigen, waren ursprünglich nur zwei Bauabschnitte geplant, so John. Dann wäre pro Richtung nur eine Spur offen geblieben. Weil aus Sicherheitsgründen aber zwei Fahrstreifen für eine etwaige Evakuierung des Flughafens frei bleiben sollen, wurden drei Bauphasen gewählt.

Wenn am 13. Juli der zweite Bauabschnitt beginnt, wird Fluggästen geraten, eine Stunde mehr für den Weg zum Airport einzukalkulieren. John glaubt allerdings, dass sich 30 Minuten als realistisch erweisen werden. Bis zum 17. September soll der Engpass beseitigt sein. Ob es schneller geht, wird nicht zuletzt vom Wetter abhängen: Denn bei Dauerregen können die Abdichtungen nicht aufgebracht werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben