• Zu wenig Bewohner im neuen Zentrum. "Bundesschlange" und Potsdamer Platz sind ohne eigenes Wahllokal

Berlin : Zu wenig Bewohner im neuen Zentrum. "Bundesschlange" und Potsdamer Platz sind ohne eigenes Wahllokal

sik

Im sich stetig wandelnden Berlin sind manche Straßen so neu, dass sie nicht im Wahlverzeichnis zu finden sind. Erst vor einigen Wochen erhielt die Joachim-Karnatz-Allee in Tiergarten ihren Namen. Ein durchaus prominenter Wohnblock liegt an der Joachim-Karnatz-Allee 6 auf dem Moabiter Werder, die "Bundesschlange" die Wohnungen für die Abgeordneten bietet.

Beim statistischen Landesamt lässt sich dann das zuständige Wahllokal ermitteln: in der Moabiter Grundschule in der Paulstraße. Allzu viele Bewohner aus der Bundesschlange werden sich dennoch nicht dorthin aufgemacht haben. Denn um hier wahlberechtigt gewesen zu sein, musste man mindestens drei Monate mit erstem Wohnsitz in Berlin gemeldet sein. Die Abgeordneten jedoch sind in ihren Heimatwahlkreisen verwurzelt.

Ein weiteres neues Straßengefüge hat sich inzwischen am Potsdamer Platz gebildet. Auch wenn diese Gegend ein Magnet für Touristen aus aller Welt geworden ist, haben noch nicht viele Menschen dort ihre Heimat gefunden, deswegen wurde kein Wahllokal eingerichtet. Mitten im Berliner Zentrum mussten diejenigen, die dort inzwischen wohnen, einen relativ langen Weg bis zur Homberg-Grundschule in der Lützowstraße auf sich nehmen, um ihre Stimme abgeben zu können. Dieses Wahllokal hat einen weiten Einzugsbereich - vom Potsdamer Platz über Kulturforum und Klingelhöfer Straße bis hin zur Bellevuestraße. In der Schule gab deswegen bei früheren Wahlen auch der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog seine Stimme ab, der anders als sein Nachfolger im Schloss Bellevue seinen Wohnsitz hatte.

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