Zu wenig Kita-Plätze geplant? : Schlechte Aussichten für Familien am Mauerpark

Im neuen Viertel mit 600 Wohnungen sind bislang nur 40 Kita-Plätze geplant. Anwohner kritisieren zudem die „massive Bebauung“ und kündigen eine Klage an.

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Kinder, Kinder. Das neue Viertel am Rand des Mauerparks ist beschlossene Sache. Doch ob die Zahl der Kita-Plätze dort reicht, bleibt ebenso umstritten wie die Frage, ob die Anwohner ausreichend in die Planungen einbezogen werden.
Kinder, Kinder. Das neue Viertel am Rand des Mauerparks ist beschlossene Sache. Doch ob die Zahl der Kita-Plätze dort reicht,...Foto: dapd

Schon wieder gibt es Ärger um den Mauerpark. Kaum haben sich Senat, Bezirksamt Mitte und Investor auf einen Kompromiss zur Entwicklung des seit Jahren umkämpften Areals geeinigt, da kündigen Aktivisten bereits Klagen gegen diesen städtebaulichen Vertrag an. Auch im benachbarten Bezirk Pankow stößt der geplante Bau von 600 Wohnungen auf Kritik. Zumal das Land die Erweiterung der Parkfläche von acht auf 15 Hektar mit fünf Millionen Euro erkauft.

Als „ganz schön heftig“ bezeichnete Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner (Grüne), die Baupläne: „58 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und 600 Wohnungen sind schon ein halber Kiez.“ Allerdings sagte Kirchner auch, er sei erleichtert darüber, dass „die leidige Dauergeschichte“ endlich einen Abschluss gefunden hat und es stehe ihm auch gar nicht zu, die Entscheidung des Nachbarbezirks zu kommentieren. In Anbetracht der Tatsache, dass innerstädtische Wohnungspotenziale gesucht werden, gehe eine Bebauung „in Ordnung“. Den größten Vorteil des Projektes sieht der Stadtrat darin, dass „ein Stück Berlin hier zusammenwachsen kann“. Gemeint sind die Stadtteile Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg, deren Bewohner bislang meistens Abstand halten.

Für Heiner Funken von der Mauerpark-Stiftung „Welt-Bürger-Park“ ist die Einigung hingegen „in keiner Form hinnehmbar“. Er kündigte an, „die volle Bandbreite der juristischen Möglichkeiten“ zu prüfen. Konkret kritisiert er, dass der Vertrag ein Bebauungsplanverfahren ad absurdum führe. Das Verfahren dürfe nicht durch vorab geschlossene Verträge eingeschränkt werden. Durch die Vereinbarung mit Investor CA Immo binde sich die Stadt und würde sie das Vertragswerk nicht einhalten, wäre wohl Schadensersatz fällig.

Anwohner stürmen Bezirksversammlung zum Mauerpark
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1 von 4Foto: Björn Kietzmann
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Auch der Verein „Freunde des Mauerparks“ kritisiert die „außerordentlich massive Bebauung“. „Bei aller Euphorie von Stadtentwicklungssenator Müller, die Berliner Wohnungsnot wird sich nicht durch einen so massiven Wohnungsbau am Mauerpark lösen lassen“, sagte der Vereinsvorsitzende Alexander Puell. Er verwies darauf, dass beim nun folgenden Bebauungsplan-Verfahren die Qualität des Parks und seiner benachbarten Quartiere berücksichtigt und erhalten werden müsse.

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