Berlin : Zufallsfund bei der Beschattung von Drogenhändlern

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Durch Zufall kam die Polizei am Montag einer Motorrad-Gang auf die Spur. Eines ihrer Mitglieder gab zu, mit Drogen zu handeln. In Tempelhof wurde außerdem ein umfangreiches Waffenlager sichergestellt.

Wegen des Verdachts des Drogenhandels hatten Polizeibeamte in Zivil am Montagnachmittag ein Lokal an der Albrechtstraße in Steglitz observiert. Nach dem sie bei zwei Besuchern Drogen gefunden hatten, wurde die Gaststätte durchsucht.

Als die Beamten das hauptsächlich von Motorradfahrern besuchte Lokal betraten, warf ein 34-jähriger Mann eine Tüte mit sechs Gramm Amphetaminen weg. Bei ihm wurden anschließend noch rund 60 Gramm Haschisch und ein Schlagring gefunden. Der Mann wurde festgenommen, gegen ihn wurde Haftbefehl beantragt. Während der Durchsuchung stieß die Polizei auf Hinweise, dass in den Räumen eines Motorrad-Clubs an der Friedrich-Karl-Straße in Tempelhof Drogen gelagert seien. In diesen Räumen eines früheren Luftschutzbunkers stießen die Beamten auf eine Handgranate, eine abgesägte Schrotflinte mit Munition, einen Schreckschussrevolver, Schlagstöcke, Fahrtenmesser, Würgehölzer und drei geschliffene Macheten. In der Wohnung des festgenommenen 34-Jährigen stellte die Polizei weitere Waffen und Sprengstoff sicher, darunter eine scharfe Pistole, eine Vorderladerpistole, Munition, 1,8 Kilo Schwarzpulver, Schlagringe, eine Nebelgranate aus Militärbeständen und eine "Streitaxt".

Die Mehrzahl der Gäste in dem Steglitzer Lokal gehörte zu einem Motorrad-Club, dessen Satzungsziel die "Pflege der Geselligkeit und alter Motorräder" sei, teilte ein Polizeisprecher mit.

Im Januar 1997 hatte die Polizei in Brandenburg die Motorrad-Gang "Born to be Wild" ausgehoben. Deren Mitglieder sollen nicht nur mit Drogen gehandelt, sondern von Tätowierstudios auch Schutzgelder erpresst haben.

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