Berlin : Zug entgleist: Chaos bei der BVG

U 9 sechs Stunden gesperrt

Jörn Hasselmann

Der Berufsverkehr hatte noch nicht richtig angefangen, da war er auf einer der wichtigsten U-Bahn-Linien schon wieder vorbei. Nahezu zeitgleich entgleiste ein Zug am Walther-Schreiber-Platz, ein zweiter blieb dort nach einem Defekt liegen. Fast sechs Stunden lang war die Linie 9 blockiert. Tausende Fahrgäste mussten den bis Mittag gesperrten Abschnitt Güntzelstraße - Rathaus Steglitz umfahren oder in Ersatzbusse steigen. Menschen wurden nicht verletzt und waren nach Angaben der BVG auch nicht gefährdet. Um 6.11 Uhr war ein unbesetzter Zug auf dem Weg von der Kehranlage zum Bahnsteig entgleist. Zwei der sechs Waggons sprangen aus den Schienen. Erst um 11.38 Uhr rollte der Betrieb wieder.

Die Entgleisung ist nach Schilderung der BVG eine komplizierte Verkettung technischer Probleme, die erstmals vorkam. Der leere Zug entgleiste durch ein auf dem Gleis liegendes Holzbrett, dass zuvor durch einen defekten Zug losgerissen und auf das Nachbargleis geschleudert worden. Bei diesem Zug hatte sich unter dem Wagenkasten die Klappe eines Batteriekastens gelöst, die bei der Fahrt über Schwellen und Schotter schleifte. Dabei war es kurz vor dem Bahnhof Bundesplatz zu einem ersten Kurzschluss gekommen. Der Fahrer kontrollierte den Zug, konnte aber keinen Fehler entdecken und fuhr weiter. In Höhe Walther-Schreiber-Platz kam es zu einem zweiten Kurzschluss, nachdem die Stromschiene beschädigt worden war. Der Zug „bremste“ sich fest und blockierte das Gleis. Die BVG will nun alle Klappen von Geräte- und Batteriekästen kontrollieren. Entgleisungen sind bei U- und S-Bahn selten. Im März 2000 waren in Hönow eine U–Bahn und am Zoo eine S-Bahn entgleist.

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