Berlin : Zuhause – in akuter Gefahr

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In Berlin ist die Zahl der registrierten Übergriffe auf Frauen und Kinder drastisch gestiegen. Von Januar bis Mitte April 2002 wurden 5375 Fälle so genannter „Häuslicher Gewalt“ erfasst, sagt Elke Plathe von der Berliner Polizei. Das sind bereits 1000 Fälle mehr als im gesamten Jahr 2001. In mehr als 90 Prozent der Übergriffe hätten Männer ihre Lebenspartnerin oder Kinder geschlagen oder seelisch misshandelt.

Für die Opfer bietet das Projekt BIG weiter Hilfe und Beratung. Seit Jahresbeginn wurden die BIG-Beraterinnen 127 Mal zu Hilfesuchenden in meist akuter Gefahr gerufen. 50 Prozent der Einsätze seien nach Anrufen bei der BIG-Telefonnummer 611 03 00 erfolgt. Bei den anderen Einsätzen habe die Polizei die BIG-Mitarbeiter hinzugezogen. Neben Justiz, Beratungsstellen und Frauenhäusern engagiert sich auch die Berliner Polizei seit Mitte der 90er Jahre im BIG-Projekt. Als bundesweit einzige Behörde werden dort die Fälle statistisch erfasst und ausgewertet. Als jüngste Maßnahme hat die Polizei die Möglichkeit des mehrtägigen Platzverweises des Täters aus der Wohnung jetzt auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt. Seit deren Einführung zu Jahresbeginn wurde 135 straffällig gewordenen Männern der Zutritt zu ihren Wohnungen zeitweilig verboten. dpa

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