Berlin : „Zuhören und nach vorne schauen“

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Politische Sensationen hat er nicht verkündet, aber ein Signal setzte er dennoch: William R. Timken , der neue Botschafter der Vereinigten Staaten in der Bundesrepublik, nutzte eine gemeinsame öffentliche Veranstaltung von American Academy und Aspen Institute Berlin, um sich und seine Ziele vorzustellen. Im Leibnizsaal der Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt traf er bei seiner ersten Rede auf deutschem Boden mit einigen jener Bundesbürger zusammen, die aus politischen, geschäftlichen oder privaten Gründen an den transatlantischen Beziehungen besonders interessiert sind.

Er sei nach Europa gekommen, um zuzuhören, signalisierte der Unternehmer, der zu den wichtigsten finanziellen Unterstützern des Wahlkampfes von Präsident Bush gehört hatte. Dies sei auch die Botschaft seines Präsidenten. Nicht die Meinungsverschiedenheiten der Vergangenheit seien entscheidend, sondern der Wille zur Zusammenarbeit, wie er sich zum Beispiel in der deutschen Unterstützung des Kampfes gegen den Terrorismus manifestiere. Das sei ähnlich wie beim Autofahren, da schaue man ja auch nach vorne durch das Fenster und nicht durch die Heckscheibe, wenn es vorangehen solle.

Garry Smith hatte, als Repräsentant der American Academy, den Botschafter eingeführt. Jeff Gedmin vom Aspen Institute leitete abschließend temperamentvoll eine Diskussion, die zuerst nicht recht in Schwung kommen wollte, weil Timkens Rede eigentlich keine Frage offen gelassen hatte. Dem angeregten Gespräch mit dem Botschafter tat das freilich keinen Abbruch. Unter den zahlreichen Zuhörern war auch der SPDBundestagsabgeordnete Hans-Ulrich Klose , stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses sowie Karsten Voigt , der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch- amerikanische Zusammenarbeit und der Schweizer Botschafter Werner Baumann. apz

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