Berlin : Zum 20. Geburtstag ein neuer Chef

Thomas Münstermann wird Intendant im Friedrichstadtpalast

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„Zehn Jahre sind genug“, hatte Alexander Iljinskij 2003 das Ende seiner Ära als Intendant im Friedrichstadtpalast angekündigt. Gestern wurde es offiziell: Im Juli ist Schluss. Der Neue heißt Thomas Münstermann; am 1. August tritt er, bisher Operndirektor an den Bühnen Osnabrück, sein Amt als Künstlerischer Leiter des Revuetheaters an. Anders als sein Vorgänger ist er nicht alleiniger Chef, sondern teilt sich die Verantwortung mit dem Geschäftsführer Guido Herrmann. Gute Zahlen konnte dieser gestern nennen: 2003 kamen 473 000 Besucher in 305 Vorstellungen – das entspricht einer Auslastung von 82 Prozent.

Der Neue hat damit bessere Startbedingungen als sein Vorgänger. Kein wohlbestelltes Haus, sondern eine „abzuwickelnde Einrichtung“ mit maximal 36 Prozent Auslastung hatte Iljinskij am 1. Oktober 1993 übernommen. Seinem Nachfolger legte er ans Herz, den Friedrichstadtpalast nicht zum „soundsovielten Nachspieltheater“ zu machen. Die Sorge ist bei dem 1955 in Kassel geborenen Thomas Münstermann sicher überflüssig. Gerade die Tatsache, dass man in der Friedrichstraße nur Uraufführungen spielt, reizte den Regisseur von etwa 70 Inszenierungen in den Sparten Oper, Operette, Schauspiel, Musical und Revue an dem Wechsel nach Berlin.

Bevor das Publikum Münstermanns Qualitäten prüfen kann, wird im April drei Tage lang „20 Jahre neuer Friedrichstadtpalast“ gefeiert. DDR-Nostalgie mit Alt-Barden wie Dagmar Frederic, Angelika Mann und Alfred Müller ist zur Geburtstags-Gala am 27. April angesagt – der Kartenverkauf für die Jubiläumsrevue „Revuepalast – die Palastrevue zum Zwanzigsten“ hat schon begonnen.

Am 25. April kann man sich von 11 bis 14 Uhr im „Theater zum Anfassen“ hinter die Bühne führen lassen – die Karten dafür gibt es ab 1. April an der Theaterkasse – unentgeltlich. Zum Jubiläumspreis für 20 Euro gibt es am 26. April das Geburtstagskonzert. Und magisch wird’s auch: bei „Hexen“. Am 4. September hat die neue Revue Premiere – Autor ist der alte Chef. hema

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