• Zum Advent auf die Eisbahn am Bebelplatz Wieder Lichtschmuck für Bäume Unter den Linden

Berlin : Zum Advent auf die Eisbahn am Bebelplatz Wieder Lichtschmuck für Bäume Unter den Linden

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Der Lichtdesigner Andreas Boehlke hat gerade damit begonnen, die Bäume Unter den Linden weihnachtsschick zu machen. Am 27. November sollen 250 Lichtschläuche den Boulevard strahlen lassen. Und ab dem ersten Advent wird eine Eisbahn in Berlins alter Mitte entstehen – wie schon in den vergangenen drei Jahren. Dieses Mal allerdings soll die Bahn an einem anderen Ort aufgebaut werden und deutlich größer sein als bisher – 700 Quadratmeter Lauffläche auf dem geschichtsträchtigen Bebelplatz neben der Staatsoper. So haben es die neuen Betreiber geplant: der Veranstalter Francesco Mazuhn, das Telekommunikationsunternehmen Vodafone und der Energiekonzern Vattenfall. Die beiden Großfirmen sollen für das Projekt zusammen mehrere hunderttausend Euro lockermachen. VodafoneSprecherin Anka Vollmann freut sich über „die größte Eisbahn in Berlin“.

Allerdings ist die Freude über das anstehende Ereignis nicht ungeteilt: So sind Kulturpolitiker verschiedener Parteien mit dem Ort nicht einverstanden. Und der bisherige Betreiber der Eisbahn zwischen Brandenburger Tor und Friedrichstraße fühlt sich um seine Idee betrogen – vor allem vom Bezirk Mitte.

Alice Ströver, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, wundert sich, dass der Bezirk „einen sonst so gehüteten Ort wie den Bebel-Platz für solch ein Ereignis nun freigibt“. Diese Entscheidung hält sie für „falsch“. Der Bebelplatz sei der Ort der Bücherverbrennung. Ähnlich äußerte sich der designierte kulturpolitische Sprecher der CDU, Uwe Lehmann-Brauns: „Der Bebel-Platz und eine Eislaufbahn – das passt nicht zusammen. Nicht geschichtlich, nicht ästhetisch. Es gäbe dafür genügend andere Plätze in der Stadt.“ Und Albert Meyer, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, spricht von einem „gewissen Unbehagen“.

Das verspürt Stephan Vogel auch. Für die Eisbahn, die er drei Jahre lang Unter den Linden betrieben hat, hat er keine Genehmigung mehr vom Bezirk Mitte bekommen und auch seinen Sponsor verloren. „Ich finde es eigenartig, dass der Bezirk auf diverse Schreiben von mir monatelang nicht reagiert hat“, klagt er. Das bestreitet Baustadträtin Dorothee Dubrau (Grüne). Im Übrigen sei der neue Platz besser. Vodafone-Sprecherin Vollmann sagt: „Wir wollten mit Herrn Vogel weiterarbeiten, aber es gab einige Punkte, in denen wir nicht zusammengekommen sind.“ Und was den Bebel-Platz betreffe: Das Denkmal bleibe ja frei. mne

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