Berlin : Zum dritten Mal findet am Sonntag zum Tag der Einheit ein Festakt des Vereins statt

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Die Stühle stammen aus dem Staatsratsgebäude, eine Leihgabe des Bundeskanzlers. Das Sitzgefühl passt zum Festakt bei dem der Verein "Werkstatt Deutschland" seit 1993 alle Jahre am 3. Oktober den Stand der inneren Einheit misst. Motto: "Realitäten, Visionen, Befindlichkeiten." Am Sonntag werden wieder einige Hundert Gäste erwartet. Den Festvortrag über "Deutschland und die Deutschen" hält diesmal der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber; im letzten Jahr war sein Kollege Wolfgang Clement aus Nordrhein-Westfalen an der Reihe. Der Mann, der im Sommer 1989 gewissermaßen den ersten Stein aus der Mauer brach, spricht über "Europäische Ansichten über Deutschland": Guila Horn. Als ungarischer Außenminister durchschnitt er mit seinem österreichischen Kollegen Alois Mock den Grenzzaun zwischen ihren Ländern.

Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen und SPD-Fraktionschef Klaus Böger haben in kurzen Worten eine Menge aus Berliner Sicht zu sagen. Und damit die zweieinhalb Feststunden unterhaltsam vergehen, gibt es viel Musik, Kabarettistisches und Talks. Bläser des Landesjugendorchesters, Chor und Orchester des Carl-Philipp-Immanuel-Bach-Gymnasiums, der Rundfunkkinderchor treten auf. Lieder spielen auf die deutsch-deutsche Befindlichkeit an - "Geschwinde, ihr wirbelnden Winde" (Johann Sebastian Bach) zum Beispiel. Harald Juhnke ist auch angesagt, aber seine Terminplanung wackelt. Zu den Ehrengästen zählen 70 Abgeordnete der Duma aus Moskau; zum Zeichen der deutsch-russischen Verbundenheit wurden sie eingeladen. Als Moderator führt der Ost-Berliner Theologe Richard Schröder durch das Programm, Vorstandsmitglied des Vereins (und SPD-Fraktionschef in der letzten DDR-Volkskammer). Erstmals steigt das Fest im Museum für Post und Kommunikation, Leipziger Straße 16, Beginn 16 Uhr, Ende gegen 18 Uhr 30. Unsichtbar wirken Unternehmen als Sponsoren durch Sach- und Geldspenden mit, unter ihnen auch Der Tagesspiegel.

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