Berlin : Zum Endspurt fallen nochmal die Preise

Sommerschlussverkauf: Die Händler freuen sich überwiegend über Umsätze wie vor einem Jahr

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Tage wie gestern liebt der Kaufmann während des Sommerschlussverkaufs (SSV): Leicht bewölkt und etwas über 20 Grad. Die Kundschaft weilt nicht schwitzend im Schwimmbad. Zu kalt oder nass darf es aber auch nicht sein, da vergeht ihr die Lust auf Badehosen, Shorts und T-Shirts.

Durchweg zufrieden äußerten sich gestern Berliner Einzelhändler über das diesjährige SSV-Geschäft, das noch bis zum Sonnabend dauert. In den ersten Tagen verlief es wegen der tropischen Temperaturen etwas schleppend, kam dann aber in Fahrt. „Im Vergleich zum Vorjahr blieb es auf dem gleichen Niveau“, sagte Thomas Burmann von C & A im Ku’damm-Eck. Er sei aber „sehr zufrieden“, denn die Nachfrage sei untypisch für die vorherrschende miese Konjunktur. Einen „größeren Ansturm als im letzten Jahr“ bei konstantem Umsatz hat Ingrid Bringezu von Karstadt Tegel beobachtet: „Die Neugierde war größer.“ Sie hat den Eindruck, dass viele Menschen, die sich in den letzten Monaten beim Kaufen zurückgehalten haben, jetzt zugreifen würden. Nur im KaDeWe hieß es: „Wir sind nicht ganz zufrieden - es liegen aber noch ein paar Tage vor uns.“

Weil die Saison schlecht lief, waren die Lager noch prall gefüllt, und so gibt’ s dieses Jahr höhere Rabatte. Sie lägen bei durchschnittlich bei 50 - 55 Prozent, sagte Jan Holzweißig vom Einzelhandelsverband. 2001 waren es 40 Prozent. Einzelne Händler hätten in der zweiten SSV-Woche nochmal ein paar Punkte draufgelegt. Ermäßigungen bis zu 80 Prozent seien möglich. Für die letzten drei Tage des SSV erwarten die Einzelhändler noch einen Ansturm auf die Geschäfte, weil derzeit viele Urlauber heimkehren.

Der Fall des alten Rabattgesetzes hat den SSV offensichtlich nicht überflüssig gemacht. „Er hat weiter seine Berechtigung“, sagte Holzweißig. Für die meisten Kunden sei er eine feste Größe. Von Vorteil sei, dass sie sich darauf einstellen und Preise vergleichen könnten. Neue Phänomene wie die Rabattaktionen zur Fußball-WM hätten dem SSV bislang nicht geschadet, sondern die Verbraucher eher verunsichert. Holzweißig: „Man weiß nicht immer, was legal ist. Gegen fast jede Kampagne wird geklagt.“

Bei Woolworth in der Turmstraße ist man richtig ungeduldig, die Lager endlich leer zu haben. „Die Leute können den Sommer nicht mehr sehen. Sie wollen neue Farben, neue Stoffe“, sagte Filialleiter Gerd Schläger. Die Winterware kommt - und das im August. Tobias Arbinger

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