Berlin : Zum ersten Mal im Licht der Scheinwerfer

22 Schüler erlebten die bunte Zirkuswelt

Ariane von Dewitz

Clowns, Trapeznummern, Seelöwen. Die Hände klebrig von Popcorn und Eis, rote Backen und aufgerissene Augen vor Staunen über das Geschehen in der Manege. All das erlebten viele Kinder der Wartburg- und der Hans-Fallada-Förderschule zum ersten Mal – bei ihrem Besuch des Circus Sarrasani. „Das ist eine tolle Sache“, sagt Brigitte Weiland, Lehrerin der Wartburg-Schule zu dem Gewinn bei der Aktion der Blue Band Hotels, des Tagesspiegels und des Circus Sarrasani. Nicht nur, weil es den Schulen niemals möglich gewesen sei, einen solchen Klassenausflug zu finanzieren. „Manche der Kinder wussten nicht mal, was ein Zirkus überhaupt ist“, sagt Anna Thamar, Lehrerin der Fallada-Schule.

Aufgeregt stürmen die 22 Schüler ins Zelt. Viele von ihnen merken sofort, dass der seltsame Herr im Frack am Eingang in fremde Taschen greift, um zu stehlen. „He! Alle aufpassen“, ruft der 12-jährige Christian empört. „Der nimmt euch die Sachen weg!“. Laut lacht er, als der „professionelle“ Taschendieb Charly seinen Opfern später die Uhren und Geldbeutel zurückgibt. „Der ist ja witzig“, sagt er. Während die Trapezkünstler aus Rumänien durch die Luft wirbeln, wird der vorher zappelige Christian ruhig. Sein Blick ist gebannt auf die Seile in der Luft gerichtet. „Ich muss jetzt gut aufpassen“, flüstert er. Morgen im Unterricht muss er jedes Detail der Nummer noch wissen, um der Klasse ein kleines Referat zu halten.

Als die amerikanische Artistenfamilie Fausto die Tribünen betritt, um Zuschauer aus den Sitzreihen zu holen, fangen die Schüler an zu rufen: „Hallo! Hier, bitte mich mitnehmen!“ Tatsächlich kommen die drei auf die 14-jährige Rukiye zugelaufen und führen sie unter grellem Scheinwerferlicht in die Manege. Unter Trommelwirbel muss sie sich auf den Rücken legen - Vater und Tochter der Artistenfamilie zeigen ihr, wie man auch mit Menschen jonglieren kann. Man könnte fast meinen, Rukiye gehöre zum Team. Strahlend läuft sie später auf ihre Klassenkameraden zu. „Früher dachte ich, die beim Zirkus sind alles Magier“, erzählt die 14-Jährige außer Atem. Heute habe sie gemerkt, dass auch nur ganz „normale“ Menschen tanzen, turnen und zaubern.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben