Berlin : Zum Ferienende beginnt die Badesaison

Es wird noch einmal heiß, sagen die Meteorologen. Die Bäderbetriebe hoffen auf versöhnlichen August 26 Frei- und Strandbäder stehen in Berlin zur Auswahl – eine Handreichung zum Abtauchen.

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Rekordhalter. Das Kreuzberger Prinzenbad und das Wilmersdorfer Sommerbad haben in Berlin die vollsten Becken – ruhig ist es hier nur morgens. Foto: Stephanie Pilick/dpa
Rekordhalter. Das Kreuzberger Prinzenbad und das Wilmersdorfer Sommerbad haben in Berlin die vollsten Becken – ruhig ist es hier...Foto: dpa

Für einen Hitze-Endspurt zum Ferienausklang stehen die Chancen gar nicht schlecht. An diesem Mittwoch soll es heiß werden, am Wochenende ebenfalls, nur zwischendurch können Gewitterschauer die Laune trüben. Aber kein Vergleich mit dem regentrüben Dauerfrust im Juli. Die Bäderbetriebe hoffen auf einen versöhnlichen Ausklang der bislang verhagelten Sommersaison. Doch mit jedem zusätzlichen Grad Celsius wächst auch die Schlange vor der Freibadkasse. Geheimtipps für freie Wasserflächen kann Bäderbetriebe-Sprecher Matthias Oloew nicht geben. „Bei 32 bis 35 Grad sind alle Bäder voll.“ Aber es gibt ja Naturbadeseen, die etwas abseits liegen. Und manchem reicht schon eine schattige Rasenfläche, um sich nach einem Kurzaufenthalt im Menschenschwarm zu erholen. Hier ein paar Hinweise zur Wahl des geeigneten Abtauchbeckens.

FÜR FRÜHSCHWIMMER

Das Kreuzberger Prinzenbad und das Columbiabad in Neukölln sind für ihr lautstarkes, gelegentlich übermütiges Publikum bekannt. Einige Jungs aus Nord-Neukölln vergessen schon mal, sich für einen Ellenbogencheck im Becken zu entschuldigen. Das Prinzenbad hat mit zwei 50-Meter-Becken die größte Wasserfläche der Berliner Sommerbäder, aber auch das meiste Publikum – nach dem Strandbad Wannsee. An dritter Stelle bei den Gästezahlen steht übrigens das Kombibad Mariendorf. Wer früh kommt – das Prinzenbad ist ab 7 Uhr, das Columbiabad ab 8 Uhr offen – kann noch in Ruhe seine Bahnen ziehen. Auch die Bäder in Wilmersdorf, am Insulaner in Steglitz und am Olympiastadion sind ab 7 Uhr geöffnet.

FÜR NATURSCHWIMMER

Für eingefleischte West-Berliner liegen Badestellen am Müggelsee schon gefühlt in Polen, um so mehr lohnt ein Besuch in den Strandbädern Grünau und Friedrichshagen. Die Online-Plattform „Top10Berlin“ hat das Wannseebad auf Nummer Eins gesetzt, auf den weiteren Plätzen folgen aber schon das Strandbad Grünau und das Seebad Friedrichshagen. Die Naturbäder werden von einem privaten Pächter betrieben. In Friedrichshagen können Flöße und Tretboote ausgeliehen werden, in Grünau gibt es eine Salzgrotte zur Produktion von Meeresluft, einen Strandfriseur und eine FKK-Zone.

Das Strandbad Lübars ist klein, bietet aber die meiste Zeit des Jahres ein klares, kühles Badewasser. Außerhalb der Nichtschwimmerzone ist die Nutzungsdichte überschaubar. Auch Lübars hat inzwischen einen privaten Pächter. Der kühle Sommer hat in Bezug auf die Naturbäder auch seine guten Seiten: Das übliche Algenproblem fällt in diesem Jahr bislang aus.

FÜR KULISSENSCHWIMMER

Das Olympiabad muss dringend saniert werden, aber wie immer fehlt es am Geld. Bäderbetriebe-Sprecher Matthias Oloew rechnet mit einer zweistelligen Millionensumme. Die denkmalgeschützten Tribünen sind nur noch brüchige Ruinen, durch die das Regenwasser rinnt. Dennoch: Gerade diese schaurig-schöne Kulisse direkt hinterm Olympiastadion macht das Baden im 50-Meter-Becken zu einem Erlebnis. Leider sind die Umkleiden ebenso brüchig wie die Tribünen. Dafür ist das Bad selten überfüllt.

Schwimmende Architekturfreunde dürften sich auch im Sommerbad Wilmersdorf in der Forckenbeckstraße wohlfühlen. Dort lässt sich der originale Bauzustand von 1956 vom Wasser aus betrachten. Das Bad punktet außerdem mit großzügig angelegten Liegewiesen.

FÜR SPORTSCHWIMMER

Wer sich sich bei maximal 19 bis 21 Grad Lufttemperatur (im Wasser ist es dann etwas wärmer) auf den Weg macht, kann in jedem Sommerbad in Ruhe seine Bahnen ziehen. Außerdem sind drei Hallenbäder weiter geöffnet: Stadtbad Tiergarten, Ernst-Thälmann-Park und Schwimmhalle am Helene-Weigel-Platz. Sportschwimmer, die auch Frühschwimmer sind, sollten es im Prinzenbad probieren. Auch Anhänger des Turmspringens kommen nicht zu kurz: Im Columbiabad gibt es die entsprechende Absprungfläche in zehn Metern Höhe. Das Olympiabad hat natürlich auch eine voll ausgebaute Sprunganlage. Außerdem sind zwei Bahnen für Sportschwimmer abgetrennt.

FÜR FAMILIENSCHWIMMER

Das Kombibad Mariendorf bietet Planschbecken, Wasserrutschen und Wasserspiele, aber auch trockene Aktivitäten wie Trampolinspringen, Tischtennis, Fußball und Basketball. Ähnlich gut ausgestattet ist das Sommerbad in Pankow. Hier sind eine „High-Speed-Rutsche“, ein Strömungskanal und Wasserkanonen im Angebot. Familienfreundlich ist natürlich auch das kleine Kinderbad Monbijou, gegenüber der Museumsinsel. Das Sommerbad am Insulaner in Steglitz hat ein Babybecken und einen großen Nichtschwimmerbereich mit Rutsche. Im Sommerbad Wilmersdorf gibt es eine nagelneue Babyplansche ab einer Wassertiefe von einem Zentimeter.

Der Sommer 2012 wird zumindest nicht so schlecht wie der Sommer 2011 – vor einem Jahr verzeichneten die Berliner Bäderbetriebe ein Zehnjahrestief bei den Besucherzahlen – aber viel besser wird es auch dieses Jahr nicht. „Wir liegen etwa fünf Prozent über dem Niveau des vergangenen Sommers“, sagt Sprecher Matthias Oloew. Am 2. September wird abgerechnet, dann ist offiziell Saisonende für die 26 Frei- und Sommerbäder.Thomas Loy

www.berlinerbaederbetriebe.de

www.seebad-friedrichshagen.de

www.strandbad-grünau.de

www.strandbad-luebars.de

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