Berlin : Zum Feste nur das Beste

Am Montag öffnen 45 Weihnachtsmärkte – darunter der weltgrößte, Europas größter und der schönste

Lothar Heinke

Wie viele Weihnachtsmärkte gibt es in Berlin? Offizielle Senatsantwort: 45. Also jede Menge Konkurrenz. Aber Weihnachtsmarktbetreiber Hans-Dieter Laubinger bleibt vergnügt. „Da sind auch welche mit sieben Buden dabei“, sagt er. Quasi das Gegenteil von Laubingers Markt: Er veranstaltet den größten Weihnachtsmarkt „nicht nur Berlins, sondern auch Deutschlands und Europas, wenn nicht der ganzen Welt“: den Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz.

Geschätzte drei Millionen Menschen kommen alle Jahre wieder zum Markt entlang der S-Bahn zwischen Alex und Jannowitzbrücke. „Unser Erfolgsgeheimnis liegt wohl in der Mischung aus Karussells, Belustigung, Besinnlichem, Handwerk, Handel, Buden und Restaurants“, sagt Laubinger, „Schießbuden und Gruselkabinette sind tabu, dafür haben wir mal wieder eine Reitbahn für Kinder und so bekannte Sachen wie ,Jumping‘, ,Berliner Rutsche‘, ,Wilde Maus‘ und ,Breakdance‘.“ Auch bei den Schaustellern ist der gewinnträchtige Alex-Weihnachtsmarkt beliebt: Auf einen Stand kommen 25 Anfragen. Der Markt mit 130 Hütten und über hundert weiteren Geschäften wird am kommenden Montag um 17 Uhr offiziell eröffnet. Es könnte das letzte Mal sein, denn auf dem Platz will noch 2004 ein Investor ein „Shopping und Entertainment Center“ bauen. Dann will Laubinger einen neuen Platz suchen. „Vielleicht sind wir eines Tages die Zwischenlösung auf der Fläche vom Palast der Republik“, sagt er.

Sorgen um den Standort gibt es an der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz nicht, wo ebenfalls am Montag, aber schon ab 15 Uhr losgeweihnachtet wird. Und wo man ebenfalls Superlative in Anspruch nimmt: „Unser Weihnachtsmarkt zählt zu den schönsten und beliebtesten Weihnachtsmärkten Berlins“, ist der Vorsitzende des Berliner Schaustellerverbandes, Peter Zocher, sicher. Auch dort gibt es 100 Kunsthandwerker und Händler, Karussells und Esswaren aller Art. Während auf dem Alex ein Weihnachtsmann, ein Märchenerzähler und ein Varieté-Direktor im Dauereinsatz sind, gibt es in der West-City Leierkastenmann und Märchenoma. Zu den musikalischen Höhepunkten zählen eine russische Weihnacht am 13. Dezember und ein Kindermusical am 20. Dezember.

Die lokalpatriotischen Spandauer dagegen behaupten, ihr Weihnachtsmarkt sei der „größte in Deutschland und in Europa“ – und der liegt dazu noch in der „romantischen Altstadt“. Dort ist es zwar wahrhaft idyllisch und anheimelnd, aber Spandau liegt eben auch etwas abseits. Eine neue Konkurrenz tut sich mitten in Berlin auf: Der Gendarmenmarkt wird zur Bühne für den ersten „Weihnachtszauber“. Beschaulich und still soll es dort werden unter dem Motto „Schauen, staunen und genießen – auf Berlins schönstem Platz“. Im Mittelpunkt stehen hier Kunsthandwerker, denen man über die Schulter schauen kann, feinste Schlemmereien, Lange Kerls, Chöre, Artisten, für die – das gab es noch nie – ein Euro Eintritt genommen wird. Kommenden Montag um elf Uhr eröffnet der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit den „Winterzauber“. Danach können die Besucher entscheiden, welcher Markt ihr liebster ist.

Am Montag veröffentlicht der Tagesspiegel eine Übersicht der Weihnachtsmärkte.

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