Berlin : Zum Jubiläum ein Blick in die Gruft des Berliner Doms

Helmut Caspar

Der Berliner Dom gehört zu den bedeutenden Kirchen der Hauptstadt. Allein die Hohenzollerngruft im Untergeschoss mit knapp einhundert in dämmrigem Licht aufgestellten Särgen von Angehörigen des bis 1918 regierenden Herrscherhauses ist einen ausgiebigen Besuch wert. Dass sich die Grabstätte heute wieder in einem vorzeigbaren Zustand befindet, ist dem Einsatz der Domverwaltung sowie von Historikern und Restauratoren zu verdanken. Ein Band hat Beiträge eines Symposiums zur Restaurierung der Gruft zusammengestellt.

Wie der Dom wurde auch die Gruft bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und befand sich lange danach in einem jammervollen Zustand. Der mit historischen und aktuellen Bildern illustrierte Band stellt Ansichten der Nachkriegszeit mit zerfetzten und aufgebrochenen Särgen denen von heute gegenüber. Auf ihnen zeigt sich die hell gestrichene Gruft aufgeräumt und ansehnlich mit vielen bereits restaurierten Sarkophagen. Manche mit Kronen, Wappen und Adlern geschmückte Behältnisse aus Metall, Holz oder Stein warten noch auf ihre Erneuerung. Dass man mit ihnen nicht immer sorgfältig umging, wird ebenso deutlich wie die Mühen Kaiser Wilhelms II., im neu erbauten Dom eine standesgemäße Gruft zu installieren, deren Ausgestaltung er als oberste Instanz in Kunstdingen bis ins Detail bestimmte.

Mit dem Band hat sich der Berliner Dom zum hundertjährigen Jubiläum ein schönes Geburtstagsgeschenk geleistet. Bleibt zu hoffen, dass damit die ausstehenden Erneuerungsarbeiten beflügelt werden.

— Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin : Die Gruft der Hohenzollern im Berliner Dom.jovis-Verlag Berlin 2005, 222 Seiten, ca. 140 Abbildungen,

25,80 Euro.

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