Berlin : Zum Jubiläum eröffnet Wowereit die bunte Parade durch die City

Zum 25. Mal startet am Sonnabend der Christopher Street Day

Matthias Oloew

Auch beim 25. Mal gibt es noch etwas Neues zum Christopher Street Day. Als Premiere wird der Regierende Bürgermeister höchstselbst den bunten Demonstrationszug der Lesben und Schwulen (Motto: Akzeptanz statt Toleranz) am Sonnabend eröffnen. Der Auftakt wird ungefähr so aussehen: Klaus Wowereit durchschneidet ein regenbogenfarbenes Bändchen, wünscht viel Spaß und schon geht es los. Alles andere ist Paraden-Routine.

Zu den Forderungen gehören in diesem Jahr unter anderem ein Antidiskriminierungsgesetz sowie die Anerkennung von Homosexualität als Asylgrund. Rund 500000 Teilnehmer und Zuschauer erwarten die Veranstalter an der Strecke. Start ist um 12 Uhr an der Ecke Kurfürstendamm und Knesebeckstraße, der lange Marsch durch die Innenstadt führt anschließend über Kurfürstendamm, Tauentzienstraße, Kleist- und Bülowstraße, Potsdamer Straße, Ebertstraße und Straße des 17. Juni zum Großen Stern. Am Fuß der Siegessäule findet dann ab 17 Uhr die Abschlusskundgebung statt, gefeiert wird bis spät in die Nacht. Als Künstler werden Boy George, Marla Glen und Marianne Rosenberg auftreten. Bei der Feier wird auch der Zivilcouragepreis des Christopher Street Day vergeben – dieses Mal an Alice Schwarzer für ihr Lebenswerk und Ina Deter für ihr Engagement zum Thema Brustkrebs.

Abgesehen davon, dass der Zug vor allem für die Teilnehmer in den rund 80 Gruppen mit ihren geschmückten Lastwagen viel Spaß bedeutet – die Demonstration bedeutet auch nicht unerhebliche Verkehrsbehinderungen. Vor allem die Busse in der Innenstadt (insbesondere die Linien 100, 101, 109, 119, 129, 146, 148, 187, 200, 341 und 348) werden stundenlang andere Routen fahren oder im Stau stehen. Empfehlung der Verkehrsbetriebe: die U- und S-Bahnen benutzen. Für Autofahrer gilt dasselbe. Nicht nur die Paradestrecke selbst wird für Stunden gesperrt, auch der Große Stern sollte weiträumig umfahren werden.

Auch in diesem Jahr werden sich linke Gruppen schon relativ zeitig vom Hauptzug abspalten, um am späten Nachmittag in Kreuzberg weiter zu demonstrieren und zu feiern. Abschluss ist am Heinrichplatz mit anschließender Party im SO36.

Ein bisschen größer und heftiger als in den Vorjahren wird das Partyprogramm sein. Die ersten Feste fangen schon am Freitagabend an – und der Christopher Street Day steht der Love Parade auch in dieser Hinsicht um kaum noch etwas nach (siehe auch Interview unten).

Mit dem Christopher Street Day erinnern Lesben und Schwule weltweit an eine Razzia in der gleichnamigen Straße in New York 1969. Zum ersten Mal hatten sich Schwule damals gegen die Schikane gewehrt. Das war der Auslöser für eine weltweite Emanzipationsbewegung. In Berlin nahmen Homosexuelle das zehnjährige Jubiläum der Revolte zum Anlass, um 1979 erstmals zum Christopher Street Day aufzurufen.

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