• Zum Jubiläum sollen tausende Blüten blühen Der Britzer Garten, ehemals Gelände für die Bundesgartenschau, wird 20 Jahre alt

Berlin : Zum Jubiläum sollen tausende Blüten blühen Der Britzer Garten, ehemals Gelände für die Bundesgartenschau, wird 20 Jahre alt

Christian van Lessen

„Wir haben neu gepflastert“, sagt Hendrik Gottfriedsen an der kleinen Seepromenade. „Damals wurde billiges Recycling-Material verwendet, das rächt sich leider.“ Er kurvt am Sonntag mit dem offenen Elektrokarren durchs Gelände des Britzer Gartens, eine der üblichen Inspektionsfahrten. Etliche Besucher grüßen, weil sie den Fahrer kennen. Und Gottfriedsen, der Gartenchef, freut sich, dass trotz der Frische fast 6000 Menschen gekommen sind, um auf der bunten „Frühlingsstraße“ zu wandeln, mit der der Britzer Garten in die Blütezeit startet.

Der Mann am Steuer ist Chef der landeseigenen Grün Berlin GmbH. Vor 20 Jahren war er einer der Gründerväter des Britzer Gartens. Der hatte damals einen berühmteren Namen, wurde unter Zeitdruck aus Kleingärten und Feldern zur Bundesgartenschau (Buga) 1985 geformt – für über 100 Millionen Euro.

Am 26. April ist Jubiläum. Der Gartenchef will kein festliches Feuerwerk , sondern Politiker von einst einladen, allen voran den früheren Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). „Damit die sehen, was daraus geworden ist.“ Insgeheim hegt Gottfriedsen den Verdacht, dass sich die „Veteranen“ seit der Eröffnung kaum oder gar nicht zwischen Buckower Damm und Mohriner Allee haben blicken lassen. Neukölln – für Promis scheint das nicht naheliegend. Dennoch ist der einstige Bundesgarten ein Regional-Ereignis: Über 70 Prozent der jährlichen Besuchermillion kommen aus Neukölln und Tempelhof.

Auf dem Festplatz sind Marktstände aufgebaut, das Orchester des Bundesgrenzschutzes spielt „Mamma Mia“, und im großen See lassen sich Riesenkarpfen bewundern. Der Hafen für Modellboote ist umlagert. „Die Saison ist gut angelaufen“, sagt Gottfriedsen. Er sieht, wie sich Besucher über das grüne, hügelige Gelände freuen, über Schneeglöckchen, Märzenbecher, Blausternchen, Narzissen, Krokusse. Er freut sich über 140 Weidenkörbe, die der Förderverein der Freunde gespendet hat. Und über die Viertelmillion Tulpen, von denen die ersten schon kräftig gelb blühen. Am Freitag startet die Sonderschau „Tulipan im Britzer Garten“, die Stadtentwicklungssenatorin kommt, der Bezirksbürgermeister und eine Blumenfee. Wegen der Pracht blühen bis Ende Mai auch Eintrittspreise auf, von 2 auf 3 Euro (ermäßigt die Hälfte).

„Gegen verknöcherte Beamte“ habe sich die Buga durchsetzen müssen, erinnert sich der Chef. Als sein Gefährt eine Kurve nimmt, grüßt ein Spaziergänger. Es ist Frank Bielka (SPD), einst Neuköllner Stadtrat, Bezirksbürgermeister, Staatssekretär, heute Chef der Wohnungsgesellschaft DeGeWo. Bielka gehörte im Sonderausschuss Buga zu den Befürwortern. Ein „Veteran“. Nun entdeckt er den Park neu. „Ich habe gerade eine Jahreskarte gekauft!“, ruft er dem Wagen hinterher.

Näheres unter www.britzer-garten.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben