Zum Piepen : Die Berliner Tiere des Jahres

Von Ameisenbär Adolpho bis Waschbär Alex: Im Jahr 2008 versuchten einige Berliner Tiere, dem gar nicht mehr so knuddeligen Knut den Rang abzulaufen. Außerdem sorgte ein Schwarm von mehreren hundert Wellensittichen in einer Spandauer Wohnung für Aufsehen. Was es aus dem Tierreich zu berichten gab.

Ameisenbär Adolpho
Auch süß: Ameisenbär Adolpho im Berliner Zoo. -Foto: dpa

Welches Tier die meisten Schlagzeilen verursacht hat? Natürlich Knut, wieder einmal. Die Eisbärenfans sorgten sich darum, dass er die Stadt verlassen muss. Der Tierpark Neumünster darf als Eigentümer von Knut bestimmen, wo das Tier künftig leben soll. Und die Zoos in Gelsenkirchen und im schwedischen Orsa werben aktiv um das Tier – die Berliner Zoodirektion dagegen setzt sich nur zögerlich für Knuts Bleiben ein.

Richtig Aufregung gab es am Bärengehege, als kurz vor Weihnachten ein geistig Verwirrter zu dem handaufgezogenen Raubtier ins Gehege kletterte. Für einige Minuten war das Leben beider in Gefahr: Hätte der Bär den Eindringling angegriffen, hätte die Polizei Knut im schlimmsten Fall erschießen müssen: Menschenleben geht vor Tierleben. Doch der ungebetene Besuch ließ den Eisbären kalt.

Es gibt natürlich auch Tiere, die bei den Städtern weniger beliebt sind. Verscherzt haben dürften es sich dieses Jahr vor allem die Wildschweine, die einen wachsenden Appetit in den Vorgärten der Eigenheimbesitzer entwickelten. Mehr Vergnügen bereitete der Nachwuchs in Zoo und Tierpark: Ob das Ameisenbärjunge Adolpho, das Baby-Flusspferd, das Elefantenjunge.

Die Berliner und ihre Tiere. Manche können davon gar nicht genug kriegen: Wie beispielsweise jener Spandauer, der mit hunderten Wellensittichen unter einem Dach lebte – zum Entsetzen der Tierschützer. Nun sind die Vögel im Tierheim. Der neue Berliner Tierschutzbeauftragte Klaus Lüdcke jedenfalls hat gut zu tun. Er sorgte sich auch um die Seelöwen, die der Zirkus Roncalli in seinem Weihnachtsprogramm präsentieren wollte. Der Zirkus verzichtete und zeigt jetzt stattdessen Menschen in Flusspferd-Kostümen.

Und natürlich: Alex. Diesen Namen bekam der Waschbär im Hotel Park Inn am Alexanderplatz verpasst. Statt sich eine Partnerin beispielsweise im Tiergarten zu suchen, soll sich Alex immer noch in der Tiefgarage wohlfühlen. (kög)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben