Berlin : Zum Rotieren

Ulrich Zawatka-gerlach

Wir sehen sie schon gemeinsam in der Gondel sitzen. Klaus Wowereit sehr glücklich – endlich hat er den global view über den Tellerrand hinaus. Derweil schaut Ingeborg Junge-Reyer den verflixten Senatskollegen Thilo Sarrazin finster an, ohne Sinn für die Schönheit des Blicks 175 Meter über der good old City West. Am liebsten hätte sie den Knaben aufs Rad geflochten, hat er doch ihre viel runderen Riesenrad-Pläne am Gleisdreieck und neben der Anschutzhalle trickreich unterlaufen. Neben dem rot-roten Dreigestirn könnte dann noch der Wahl-Hamburger Hartmut Mehdorn im Berlin Super Wheel sitzen, ebenfalls missgelaunt. Denn er sieht schon die 2 bis 17 Millionen Radpassagiere auf dem Bahnsteig des Bahnhofs Zoo protestieren, weil sie von dort nicht mit dem ICE zum nächsten Radausflug nach Peking fahren können. Vielleicht sollten wir es doch lieber lassen mit dem Riesenrad. Auch wenn es, nachdem es vier Jahre die Stadt durchkurvte, jetzt einen endgültig verbindlichen Standort am Zoologischen Garten gefunden haben könnte. Am Ende bringt es bloß wieder Ärger, und nur der Rotierende Bürgermeister hat wieder seinen Spaß.

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