Berlin : Zum zweiten Mal: Vandalen beschmieren Schloss Charlottenburg

Die Täter sprühten Nazisymbole und Beleidigungen an die Fassade. Jetzt werden nächtliche Wachen verstärkt

Werner Schmidt

Das Schloss Charlottenburg wurde zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden Ziel eines Anschlags von Vandalen. Am Dienstagabend beschmierten die Täter den Westflügel des Schlosses mit Nazisymbolen und besprühten die Fassade auf einer Länge von rund 25 Metern. Erst in der Nacht zu Dienstag hatten Unbekannte im Garten des Schlosses gewütet.

Mitarbeiter des Wachschutzes hatten die neuen Schmierereien auf der Rückseite des linken Schlossflügels am Dienstag gegen 21 Uhr entdeckt. In lila Farbe sprühten die Unbekannten außerdem „Hass“, „Du Schwein und Frauenhasser“, „Verrecke“ und „Hallo Schatzi“ auf die Fassade. Zudem seien fünf pornografische Bilder angeklebt worden, teilte die Polizei mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge von verschiedenen Tätern verübt wurden. Die am Dienstagabend aufgesprühten Schriftzüge ließen darauf schließen, dass sie gezielt gegen einen Mitarbeiter des Schlosses gerichtet sein könnten. Möglicherweise seien der oder die Täter durch die in der Nacht zuvor begangenen Zerstörungen animiert worden. Schlossverwalter Rudolf Scharmann sagte, er habe keine Erklärung für die Zerstörungen.

Während Steinmetze und Gärtner gestern noch damit beschäftigt waren, die Schäden an den Skulpturen, Vasen und Beeten zu beseitigen, übertünchten Maler die lila Schriftzüge. Den Besuchern waren sie ohnehin kaum aufgefallen. Eine etwa 2,50 Meter hohe Hecke verdeckt die beschmierte Schlossmauer. Deshalb konnten auch die Spaziergänger, die sich Dienstagabend noch im Park aufhielten, den Täter nicht sehen. Der beschmierte Schlossflügel ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich; dort sind im Erdgeschoss die Werkstätten der Restauratoren und im Obergeschoss die Büros der Schlossverwaltung untergebracht.

In unregelmäßigen Abständen patrouillieren nachts Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes mit Hunden durch den 17 Hektar großen Schlosspark. Nach den Anschlägen verstärkte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die Zahl der Wachleute.

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