Berlin : Zur Gedenkfeier für die Opfer gehen nicht alle Kurden hin

Als vor knapp einem Jahr an jenem Mittwoch morgen die Nachricht von der Besetzung des griechischen Konsulats verbreitet wurde, galt es Ansprechpartner auf der kurdischen Seite zu finden. Das war nicht einfach in der bis dahin für die Öffentlichkeit nahezu gesichtlosen kurdischen Masse. Die Kurdische Gemeinde in der Dresdner Straße in Kreuzberg war zu keiner zu keiner Stellungnahme bereit, ebenso das Kurdische Zentrum in der selben Straße. "Wir sind eine Beratungsstelle, keine politische Einrichtung", hieß es dort auf die Frage, ob auch Mitglieder ihnen an der Aktion beteiligt sind. In der Demokratischen Emmigranten-Union war am Telefon nur ein vorsichtiges "Ja" zu hören und die Anwort, "hier ist niemand." Wenige Tage später fand dort eine Trauerfeier für die Opfer der Ausschreitungen am israelischen Konsulat statt. Auch morgem soll dort, wo sich damals der Dreh- und Angelpunkt der Aktionen befand, unzwar am Mehringdamm 33, ihrer gedacht werden. "Alle 16 kurdischen Vereine unterstützen uns", sagte gestern ein Mitglied zu der Gedenkfeier morgen. Doch ganz so einheitlich ist das Bild ein Jahr danach nicht. "Es gibt im nachhinein Meinungsunterschiede zu der Vorgehensweise damals", bestätigt der PDS-Abgeornete Giyasettin Sayan, der auch im Vorstand der Kurdischen Gemeinde ist und wie die Angehörigen der Toten und einige der Beteiligte von damals dabeisein wird. Aber auch der Umstand, dass die Emmigrantenunion im Verfassungsbericht von 1998 als PKK-Treffpunkt genannt wird und immer noch unter seiner Beobachtung steht, bringt manche Kurden auf Distanz.

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