Berlin : Zur Henne eine Helga-Hahnemann-Straße

Vor der Gala wird heute eine Straße nach dem verstorbenen Star des Friedrichstadtpalasts benannt

Heidemarie Mazuhn

Heute Abend gackert sie zum neunten Mal im Friedrichstadtpalast: die „Goldene Henne“. So heißt der vom Publikum verliehene Medienpreis in Erinnerung an die Entertainerin Helga Hahnemann, von Freunden und Kollegen nur „Henne“ genannt. Die erfährt posthum heute noch ein andere Ehrung – nahe dem Friedrichstadtpalast, in dem sie bis zu ihrem Krebstod 1991 ihre größten Erfolge feierte, wird um 11 Uhr feierlich ein Helga-Hahnemann-Straßenschild aufgestellt, die Straße dazu muss allerdings noch gebaut werden.

Der Preis „Goldene Henne“ ist seit 1995 eine Gemeinschaftsproduktion der Burda-Zeitschriften Super Illu und Super TV, dem MDR und dem Friedrichstadtpalast. Das dazu von dem Berliner Künstler Christian Bonnet geschaffene goldfarbene Huhn wird seither alljährlich in den Publikumskategorien Musik, Sport und Fernsehen verliehen, aber auch an Preisträger aus den Bereichen Politik, Charity und Lebenswerk.

Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und Hans-Dietrich Genscher gehören zu den politischen Henne-Haltern. In diesem Jahr kommt Romano Prodi dazu – dafür darf auch Kohl auf die Bühne, wo er dem EU-Kommissionspräsidenten den Preis überreichen soll. Ganz sicher ist auch, dass Kati Witt die „Henne“ mit nach Hause nehmen kann – sowie der Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee. Wolfgang Tiefensee bekommt die „Henne“ für seine Verdienste um Leipzig, vor allem um die Olympia-Bewerbung. Die „wichtigste Stimme im Osten“, nannte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe den Oberbürgermeister.

Nicht die wichtigste, aber eine bekannte Stimme im Osten ist die von Jürgen Walter. Der in Falkensee wohnende Sänger freut sich auf die „Goldene Henne“ – ersungen hat er sie sich längst, nicht nur mit seinem schönsten Lied „Clown sein“, für das der 59-Jährige mit 43 noch das Seiltanzen lernte, und das später Harald Juhnke in sein Repertoire aufnahm.

Der Medienpreis sollte ursprünglich vor allem ostdeutsche Künstler bundesweit bekannt machen. Vielleicht deshalb bekam ihn die TV-Moderatorin Carmen Nebel inzwischen schon drei Mal. Arndt Bause, der Hit-Notenlieferant der DDR-Schlagerszene und vor allem der Haus- und Hofkomponist von Helga Hahnemann, bekam dagegen nie die „Goldene Henne“. Bislang auch nicht posthum – der Leipziger Wahlberliner ist im Februar verstorben.

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