Berlin : Zur Langen Nacht: Lubitsch bis Lola Marlene bis Metropolis

Filmuseum Berlin im Filmhaus am Potsdamer Platz[P]

Am Sonnabend ist wieder Lange Nacht der Museen. 106 Museen sind diesmal dabei, soviel wie nie zuvor. Wohin nur? mag da so mancher verwirrt fragen. Tagesspiegel-Redakteure helfen - mit ganz privaten Tipps. Bis zum Sonnabend jeden Tag. Heute: Andreas Conrad über das Filmmuseum.

King Kong kenne ich seit Jahren, mittlerweile sind wir per Du. Beim ersten Mal wurde er aus einem mit Filmmemorabilien vollgestopften Schrank gekramt - ein etwas unwürdiger Ort. Unsere zweite Begegnung fand bereits im Babelsberger Filmpark statt, und seit rund einem Jahr hat King Kong seinen angemessenen Alterssitz im Filmmuseum: der berühmteste Urzeit-Primat der Filmgeschichte, genau genommen nur der Schädel einer Figur, 1933 bei den Trickaufnahmen verwendet, der Riesenaffe im Taschenformat. Mein Lieblingsstück im Haus an der Potsdamer Straße 2. Das mag überraschen, doch beachte man bitte die Umstände des ersten Treffens, das eigens für mich arrangiert worden war. Aber auch ohne solch ein Privileg wird jeder Filmfreund hier gut bedient. Wieder und wieder kann er durch die verwinkelten Räume streifen und wird immer neue cineastische Raritäten aufstöbern. Überwiegend natürlich der deutschen Kinogeschichte, von Lubitsch bis Lola, von Marlene bis Metropolis. Schon durch seine Gestaltung ein zu Entdeckungstouren einladendes Haus, ebenso geeignet, filmhistorisch zu informieren wie auch Erinnerungen an vergangene Kinoabende auszulösen. Oder an erste Begegnungen mit einem Monster.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben