Berlin : Zur WM droht Streik bei der S-Bahn Betriebsrat wehrt sich gegen Stellenstreichungen

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Wenn sich beim Thema Stellenstreichungen nichts bewegt, wollen SBahn-Mitarbeiter zur Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Sommer auch keine Fahrgäste befördern. Ein Streik während der Zeit, in der die Welt auf die Stadt schaut, sei möglich, sagte gestern der Betriebsratsvorsitzende der S-Bahn GmbH, Andreas Tannhäuser. Der Betriebsrat wehrt sich in einem Aktionsbündnis unter dem Motto „Berliner! Schützt eure S-Bahn!“ gegen die Kürzungspläne der Geschäftsführung. Von Montag bis Mittwoch will das Aktionsbündnis, dem zahlreiche Organisationen und Politiker angehören, Unterstützungs-Unterschriften von Fahrgästen in den S-Bahnen sammeln.

Der Betriebsrat fordert, dass kein Personal von Bahnhöfen abgezogen wird und alle Rationalisierungsmaßnahmen eingestellt werden. Das Angebot für die Kunden müsse erweitert und es müssten sozialverträgliche Tarife eingeführt werden. Nach Ansicht des Betriebsrats zwingt der Mutterkonzern Bahn AG sein Tochterunternehmen S-Bahn zur Profitmaximierung. Die Geschäftsleitung, die 880 der derzeit 3750 Stellen streichen will, begründet die Rationalisierungen dagegen mit dem Verkehrsvertrag, den die S-Bahn mit dem Senat abgeschlossen hat. Darin hat der Senat die jährlichen Zuschüsse um 26 Millionen Euro gesenkt.

Was personalfreie Bahnhöfe im Alltag bedeuten können, zeigte sich erst gestern wieder. Wegen einer Weichenstörung war der S-Bahn-Verkehr auf der Strecke nach Spandau fast eine halbe Stunde unterbrochen. Weil nicht alle Bahnhöfe im Netz per Lautsprecher zu erreichen sind, bleiben wartende Fahrgäste auf den Bahnsteigen bei Störungen oft ohne Information. Immerhin sollen noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft die Stationen zwischen Ostbahnhof und Olympiastadion ein neues Informationssystem erhalten, das die Abfahrtszeiten der nächsten Züge in „Echtzeit“ mitteilt – falls die Bahnen dann fahren und nicht gestreikt wird. kt

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