Berlin : Zurück zur alten Größe

Bauverwaltung und Architektenwollen an Plänen für Leipziger Platzfesthalten

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Die Stadtentwicklungsverwaltung hat an die Erben der WertheimFamilie appelliert, sich nicht vorschnell von den Plänen für den Leipziger Platz zu verabschieden. „Aus stadtplanerischer Sicht empfehlen wir, auf das vorhandene Konzept aufzusatteln und das Verfahren nicht noch länger hinauszuzögern“, sagte Hilmar von Lojewski, in der Verwaltung von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge- Reyer für Städtebau zuständig, am Montag. Nach der Absage des Anwalts der Wertheim-Erben an die bisherigen Pläne für den Leipziger Platz warnt von Lojewski jetzt davor, dass ein neues Verfahren mehr Zeit und mehr Aufwand bedeuten würde – was wohl kaum im Interesse der Wertheim-Erben sei, die seit Jahren auf ihre Entschädigung warten.

Auch die Architekten wollen weiter für die Umsetzung ihrer Entwürfe werben. „Es tut weh, wenn man auf einem 1000-Meter-Lauf fünf Meter vor dem Ziel gestoppt wird“, sagt Architekt Thomas Albrecht vom renommierten Büro „Hilmer & Sattler und Albrecht“. Die Architekten haben den Masterplan für den Platz entworfen und wollten auch das Gebäude an der Einmündung der Leipziger Straße in den Platz bauen, das in seiner Form dem historischen Kaufhaus nach Plänen von Alfred Messel nachempfunden sein sollte. Der Berliner Anwalt der Wertheim-Erben hatte die Neubaupläne allerdings, wie berichtet, am Wochenende als „mausetot“ bezeichnet. Nach der aller Wahrscheinlichkeit nach bevorstehenden Rückgabe des Grundstücks an die Erben der von den Nazis enteigneten Wertheims werde eine neue Planung nötig.

Ob dies tatsächlich das letzte Wort in der Sache ist, darüber besteht zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal bei allen Vertretern der Wertheim-Erben Einigkeit. „Es ist viel zu früh, um jetzt schon zu sagen, was eines Tages aus diesen Grundstücken wird“, sagt Jürgen Roth, stellvertretender Direktor der Jewish Claims Conference (JCC), die sich gemeinsam mit den Erben für die Interessen von im Nationalsozialismus enteigneten Juden einsetzt. In dem Rechtsstreit der Wertheim-Erben mit dem Karstadt-Konzern seien noch zwei weitere Verfahren anhängig. Bevor diese entschieden seien, gebe es auch keine spruchreifen Überlegungen, was mit den Grundstücken passieren soll. lvt

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