Berlin : Zurück zur Brache

Abriss der Mauerkreuze: Kultursenator hat keine Pläne für Checkpoint Charlie

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Die Gedenkstätte für die Opfer der Mauer am Checkpoint Charlie soll nach der Räumung wieder zur Brache werden. Im Haus von Kultursenator Thomas Flierl gibt es keine neuen Pläne für den Umgang mit einem Ort, den viele BerlinTouristen aufsuchen, um etwas über die Teilung der Stadt zu erfahren. Wenn die beiden Grundstücke mit den Holzkreuzen und der nachgeahmten Mauer geräumt sind, kehre man zur alten Planung zurück, sagte Flierls Sprecher Torsten Wöhlert am Montag.

Die sieht Gespräche zwischen dem Kultursenator und einem Investor über einen Ort der Information vor, der den „weltpolitischen Bezügen des Checkpoint während des Kalten Krieges gewidmet ist. So steht es in Flierls „Gedenkkonzept Berliner Mauer“, so war es wohl auch mit dem längst insolventen Investor vereinbart, der am Checkpoint auf den beiden Grundstücken an der Friedrichstraße Geschäfshäuser bauen wollte.

Völlig unklar ist aber, ob die Bankaktiengesellschaft Hamm (BAG) als Verwalterin der Rechte an den Grundstücken schon einen neuen Käufer für die Flächen hat. Nach einer erfolgreichen Klage der BAG soll ein Gerichtsvollzieher die beiden Flächen räumen lassen. Seit gestern ist nicht mehr der 4., sondern der frühe Morgen des 5. Juli als Termin gesetzt. Über tausend Holzkreuze, mit denen Alexandra Hildebrandt vom Museum am Checkpoint Charlie an die Toten der Mauer erinnert hat, sollen dann demontiert werden. Ob auch die nachgeahmte Mauer am Rand des Gedenkortes abgerissen wird, steht dahin. Der Gerichtsvollzieher wollte sich dazu so wenig äußern wie die BAG in Hamm.

Alexandra Hildebrandt hat erkennen müssen, dass sie die Flächen nicht kaufen kann: Die BAG wolle 36 Millionen Euro dafür, sagt die Museumschefin. Aber sie habe die Solidarität zahlloser Besucher und jetzt auch von Daimler Chrysler erfahren. Die Berliner CDU will die private Gedenkstätte ebenfalls erhalten sehen. wvb.

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