• Zuschuss für Erstklässler aus armen Familien Auch Berliner Politiker fordern Einschulungshilfe

Berlin : Zuschuss für Erstklässler aus armen Familien Auch Berliner Politiker fordern Einschulungshilfe

Die Einschulungsfeiern stehen kurz bevor und damit auch für tausende Eltern die Frage, wo sie die 150 bis 200 Euro für die Anschaffung der Erstausstattung ihrer Schulkinder hernehmen sollen. Angesichts der steigenden Zahl von Hartz-IV- Haushalten gibt es jetzt Forderungen aus dem Abgeordnetenhaus und der GEW, zumindest einen Zuschuss zu zahlen.

In Berlin lebt mehr als jedes dritte Kind von Hartz IV. Bezogen auf die 25 000 Erstklässler bedeutet dies, dass über 8000 von ihnen aus mehr oder weniger prekären sozialen Verhältnissen kommen. Während früher im Rahmen der Sozialhilfe Zuschüsse für Schulmaterial gezahlt wurden, ist dies im Rahmen des jetzigen Arbeitslosengeldes II nicht vorgesehen. Allerdings haben sich etliche Kommunen dazu entschlossen, von sich aus Zuzahlungen zu leisten. Wie berichtet, erwägt die Stadt Potsdam gerade eine entsprechende Sonderzahlung, nachdem der DGB dies gefordert hatte.

Das sei ein „begrüßenswerter“ Ansatz, pflichtete gestern Özcan Mutlu von den Bündnisgrünen bei. Allerdings plädiert er ebenso wie die FDP-Bildungspolitikerin Mieke Senftleben dafür, das Geld nicht bar auszuzahlen, sondern ein Gutscheinverfahren zu nutzen. Andernfalls könne man nicht sicherstellen, dass das Geld auch tatsächlich für Schulsachen ausgegeben werde. „Ein Gutscheinsystem wäre besser“, meint auch GEW-Referatsleiter Klaus Schröder. Er halte es sogar für denkbar, dass die Schulen dabei helfen, ein solches Gutscheinmodell umzusetzen, sagte gestern Mario Dobe vom Ganztagsschulverband. Das sei allemal besser als zu erleben, dass Kinder sich am ersten Schultag ihres Ranzens schämten. Sascha Steuer (CDU) gab allerdings zu bedenken, dass so etwas „nicht unabhängig vom Landeshaushalt“ gefordert werden könne. sve

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