Berlin : Zwei Bahnsteige gehen auf die Reise Gleisverlegung in Charlottenburg

genehmigt

-

Der SBahnhof Charlottenburg behält nach dem Umbau zwei Bahnsteige. Beim Verschieben des Bahnhofs Richtung Wilmersdorfer Straße werden wieder, wie von der S-Bahn gewünscht, zwei Bahnsteige gebaut. Das Eisenbahnbundesamt hat die Genehmigung dazu jetzt erteilt. Bis zuletzt hatten sich Anwohner dafür eingesetzt, nur einen S-Bahnsteig zu bauen, was nicht nur billiger gewesen wäre, sondern auch Bäume und Grünpflanzen im Böschungsbereich erhalten hätte. Gegen den Beschluss, der vom 10. bis zum 24. Februar im Rathaus Wilmersdorf ausgelegt wird, ist eine Klage möglich. Die Arbeiten sollen am 24. Februar beginnen. In der Regel hat eine eingereichte Klage keine aufschiebende Wirkung.

Nach Ansicht der S-Bahn muss der S-Bahnhof auch bei einer Verlegung Richtung Osten seine zwei Bahnsteige behalten. Dies sei für den pünktlichen Betriebsablauf erforderlich. An Stationen mit nur einem Bahnsteig können Züge fast nie aus dem Verkehr genommen werden, ohne dass es zu Verspätungen kommt. Dieses Problem gibt es zur Zeit vor allem auf der Ringbahn. Bis sichergestellt ist, dass kein Fahrgast mehr in der Bahn sitzt, die in die Kehranlage fährt, sind mehrere Minuten erforderlich. Bei Fahrten in kurzen Abständen gerät dann der Fahrplan ins Wanken. Die Züge sollen maximal im Abstand von 90 Sekunden fahren können. Mit dieser Argumentation hatte die Bahn auch den Senat überzeugt, der von den Baukosten in Charlottenburg in Höhe von rund 20 Millionen Euro ein Viertel übernehmen muss.

Die Anwohner waren vom Grünen-Abgeordneten Michael Cramer unterstützt worden. Er hält es für überflüssig, dass mit Charlottenburg und den folgenden Stationen Westkreuz und Grunewald drei Bahnhöfe hintereinander jeweils zwei Bahnsteige besitzen. Fahrten bis Grunewald würden aber jährlich rund eine Million Euro mehr kosten, argumentiert dagegen die S-Bahn. Diese Kosten müsste das Land übernehmen. Allerdings kann eine Anlage mit zwei Bahnsteigen auch nicht so weit an den U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße herangeführt werden wie eine Station mit einem Bahnsteig. Vom Bahnsteigende der S-Bahn zum Bahnsteiganfang der U-Bahn bleiben jetzt 78 Meter. Das Verkürzen der Umsteigewege zwischen S- und U-Bahn ist aber Ziel der Verschiebung.

Die Bürgerinitiative Stuttgarter Platz ist von der Genehmigung überrascht worden. Wenn die Begründung des Beschlusses vorliegt, soll entschieden werden, ob eine Klage eingereicht wird. Der Abschnitt zwischen Zoo und Charlottenburg wird vom 24. Februar an gesperrt, um dort die Gleisanlagen zu sanieren. CD/kt

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben