Berlin : Zwei Feste, eine neue Ausstellung

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Etwa zu der Jahreszeit, in der Christen anfangen, Weihnachtskekse zu backen und die roten Kugeln für den Christbaum zu polieren, wird in jüdischen Familien der ChanukkaLeuchter auf Hochglanz gebracht. Das ist der achtarmige Kerzenständer, an dem während des achttägigen religiösen Festes jeden Tag ein weiteres Licht entzündet wird – nicht zu verwechseln mit der siebenarmigen Menora, dem bekanntesten Symbol des Judentums neben dem Davidstern. Juden feiern nicht die Geburt Jesu, sondern die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem. Einen tiefen Einblick in die Traditionen rund um Weihnachten und Chanukka – zwei Feste, die theologisch nichts gemein haben und doch mit ähnlichen Ritualen gefeiert werden – gibt die Ausstellung „Weihnukka“ im Jüdischen Museum. Mit diesem Mischwort bezeichneten Juden einst spöttisch deutsche Glaubensgenossen, die mit Tannenbaum und Geschenken feierten, anstatt der eigenen Tradition treu zu bleiben. Ebenso humorvoll gestaltet ist die Ausstellung, die allein schon wegen des Designs der Räume sehenswert ist. dal

„Weihnukka“, 28.10.-29.1., tägl. 10-20 Uhr, Mo. bis 22 Uhr im Jüdischen Museum Berlin, Lindenstraße 9-14. Eintritt 4 €.

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