Berlin : Zwei schwere Unfälle mit Polizeiwagen Beamtin übersah Autos Mann überhörte Sirene

In Berlin hat es innerhalb weniger Stunden zwei Unfälle gegeben, an denen Einsatzwagen der Polizei beteiligt waren.

So fuhr eine Objektschutzstreife am frühen Montagmorgen auf dem Hohenzollerndamm in Charlottenburg-Wilmersdorf auf parkende Autos auf – es gab keine Verletzten, aber fünf geparkte Wagen wurden ineinandergeschoben. Bereits Sonntagabend war ein 62-jähriger Autofahrer tödlich verletzt worden, weil er einen Einsatzwagen der Bundespolizei mit Martinshorn in der Charlottenburger Kantstraße/Ecke Windscheidstraße überhörte und mit dem Auto zusammenstieß. Der Mercedes-Fahrer war der 48. Verkehrstote in diesem Jahr.

Zum Vorfall von Montagfrüh hieß es bei der Polizei, dass die 23-jährige Polizeimeisterin gegen fünf Uhr in Höhe Berkaer Straße so heftig auf ein geparktes Fahrzeug auffuhr, dass sich mehrere Wagen ineinanderschoben. Welches Objekt die Frau bewachte, ob sie die Autos womöglich aus Übermüdung übersah, dazu konnte Polizeisprecher Andreas Polley gestern noch nichts genaues sagen. Die Beamtin blieb unverletzt, die Polizei ermittelt.

Bei dem zweiten Vorfall war nicht die Polizei Verursacher des Unfalls. Der 62-jährige Mercedes-Fahrer hatte den Wagen der Bundespolizei mit „Sonderwagenrechten“ übersehen: Er prallte trotz Blaulichts und Sirenengeheul gegen das Polizeiauto und wurde in seinem Wagen so stark eingeklemmt, dass die Feuerwehr ihn herausschneiden musste. Der Notarzt konnte nicht mehr helfen, der Mann starb noch am Unfallort. Drei Beamte wurden leicht verletzt – und nach dem Unfall im Krankenhaus psychologisch betreut.

Laut Polizei gab es im vergangenen Jahr 93 000 „Eilfahrten mit Sonderwagenrechten“, bei 75 kam es zu einem Unfall. Statistiken fürs aktuelle Jahr 2007 liegen noch nicht vor; die Zahlen seien aber in etwa gleich, heißt es. Der wohl schlimmste Unfall ereignete sich 1993, als eine Funkwagenstreife zwei kleine Kinder auf der Schloßbrücke in Mitte tötete. kög

0 Kommentare

Neuester Kommentar