Berlin : Zwei Täter gefasst? - Mutmaßliche RZ-Mitglieder in Berlin und Kanada festgenommen

Neun Jahre nach dem Sprengstoffanschlag auf die Berliner Siegessäule sind zwei mutmaßliche Täter gefasst. Zwei in Berlin und Kanada fest genommene Männer sollen als Mitglieder der "Revolutionären Zellen (RZ)" unter anderem für den Anschlag auf die "Goldelse" im Jahr 1991 verantwortlich sein, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit. Die beiden Beschuldigten im Alter von 46 und 51 Jahren hätten von 1985 bis 1994 zu der terroristischen Vereinigung gehört und mehrere Sprengstoffanschläge verübt.

Bereits am 18. April hatten Beamte von Generalbundesanwalt Kay Nehm den 51 Jahre alten Matthias B. in Berlin festgenommen. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Der 46-jährige Deutsche Lothar E. wurde am Donnerstag an seinem Wohnort im kanadischen Yellowknife verhaftet. Seine Auslieferung wird beantragt.

Die beiden sollen gemeinsam mit anderen "RZ"-Mitgliedern am 6. Februar 1987 in Berlin einen Sprengstoffanschlag auf die Zentrale Sozialhilfestelle für Asylbewerber verübt und am 15. Januar 1991 aus Protest gegen den Golfkrieg die Bombe an der Siegessäule gelegt haben. Der mindestens zwei Kilogramm schwere Sprengkörper hatte damals allerdings nicht vollständig gezündet. Andernfalls wäre die acht Meter hohe Bronzefigur auf der Spitze der Säule aus rund 60 Metern Höhe auf die Straßen des Großen Sterns gestürzt.

Nach den Ermittlungen waren die beiden Männer zudem an zwei Schusswaffenanschlägen in Berlin am 28. Oktober 1986 und 1. September 1987 beteiligt. Diese seien zwar als Körperverletzungsdelikte verjährt, belegten aber ihre Zugehörigkeit zur terroristischen Vereinigung "RZ".

Die Ermittlungen dauern an. Erst im Dezember waren mit einem Großeinsatz der Polizei und der Antiterror-Einheit GSG 9 in Berlin und Frankfurt/Main drei mutmaßliche Mitglieder der Revolutionäre Zellen/Rote Zora (RZ) verhaftet worden.

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