Berlin : Zweisprachig auf Erfolgskurs

Türkischer Botschafter Mehmet Ali Irtemçelik sprach mit Jugendlichen über Bildung und Integration

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„Ich beglückwünsche euch, dass ihr euch für den Weg des Erfolges entschieden habt“, sagte am Donnerstag der türkische Botschafter Mehmet Ali Irtemçelik zu den Auszubildenden im Bildungswerk Kreuzberg in der Cuvrystraße (BWK). Eigentlich sind sie hier hohen Besuch gewohnt. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne), Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) und Bundespräsident Johannes Rau (SPD) waren schon da. Aber dieser Gast war doch etwas Besonderes.

„Ich finde es schön, dass er gekommen ist, um sich unsere Probleme anzuhören“, sagte die angehende Hauswirtschafterin Birgül Düz (18). Das BWK ist eine überbetriebliche Einrichtung, die im Auftrag der Berliner Arbeitsämter Fortbildungen und Umschulungen, Erstausbildungen und berufsvorbereitende Lehrgänge anbietet. 90 Prozent der knapp 800 Schüler schaffen einen Abschluss. Etwa 300 von ihnen sind türkischer Herkunft. „Integration und die Beherrschung der deutschen Sprache sind wichtig – genauso wichtig wie die Muttersprache“, sagte der Botschafter. Das findet auch Hermann Berger: „Wir planen Lehrgänge, die hier und in der Türkei stattfinden“, sagte der Chef der Berufsberatung beim Arbeitsamt Mitte. Firmen, wie AEG oder ÖgerTour, hätten Interesse an zweisprachigen Mitarbeitern. Eine erwachsene Teilnehmerin der Lehrgänge beschwerte sich darüber, dass die Jugendlichen zu viel türkisches Fernsehen sähen. Die jüngeren Schüler hatten andere Sorgen: Lange Wartezeiten beim Konsulat und Probleme beim Familiennachzug. Probleme, für die der Botschafter genau der richtige Ansprechpartner war. suz

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