Berlin : Zweite Tram-Strecke in den Westen wird heute eröffnet

Klaus Kurpjuweit

Heute ist es soweit: Fast 16 Jahre nach dem Beschluss, Straßenbahnstrecken aus dem Ostteil der Stadt in den Westen zu verlängern, eröffnet die BVG am Mittag die zweite Tram-Verbindung von Ost nach West. Dann fährt die M 10 vom U-Bahnhof Warschauer Straße kommend über den bisherigen Endpunkt an der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg hinaus weiter über die Bernauer Straße durch Wedding bis zur vorläufigen Endstation am Nordbahnhof in Mitte. Vorher bietet die BVG bereits einen Ersatzverkehr mit Bussen an.

An ihrem neuen Endpunkt hat die M 10 keinen Anschluss ans Gleisnetz der Straßenbahn, obwohl an der Invalidenstraße, wo die M 10 endet, bereits Schienen liegen. Eine Verbindung will die BVG aber erst schaffen, wenn die M 10 bis zum Hauptbahnhof verlängert wird – nach derzeitigen Plänen nicht vor 2009.

Die BVG will jetzt keine zusätzlichen Bahnen über die Invalidenstraße zu den bisherigen Endstellen Schwartzkopffstraße und Am Kupfergraben fahren lassen, weil die Züge auf diesen Abschnitten bereits jetzt nur schwach besetzt seien. Zudem müsste später die Weichenanlage auf der Invalidenstraße umgebaut werden, wenn die Gleise zum Hauptbahnhof gelegt werden, weil sich dann auch die Lage der bisherigen Schienen auf der Invalidenstraße ändern wird. Dies führe zu „verlorenen Kosten“ in Höhe von etwa einer Million Euro, die die BVG nicht aufbringen will. Fahrgäste, die am Nordbahnhof ankommen und weiter mit der Straßenbahn fahren wollen, müssen nun mehrere Jahre lang mehr als hundert Meter weit zur nächsten Haltestelle laufen.

Insgesamt hat der Bau des 1,4 Kilometer langen Abschnitts, der heute eröffnet wird, zusammen mit dem Straßenumbau rund 24 Millionen Euro gekostet. Die Straßenbahn teilt sich auf der Neubaustrecke zum größten Teil die Fahrbahn mit dem Autoverkehr. Eine ursprünglich geplante separate Trasse, die über die ehemaligen Mauergrundstücke geführt hätte, war dem Senat zu teuer. Auch auf dem noch zu bauenden Abschnitt bis zum Hauptbahnhof wird sich die Straßenbahn die Trasse mit dem Autoverkehr teilen müssen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar