Zweiter Anlauf : Air Berlin an der Börse

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ist an der Börse gelandet. Zu Handelsbeginn wurden die Papiere am Donnerstag in Frankfurt mit 12,65 Euro notiert.

Frankfurt/Berlin - Beim Debüt auf dem Frankfurter Parkett lag der erste Kurs zu Handelsbeginn damit über dem Ausgabepreis von 12 Euro. Am Mittag notierte die Aktie bei 12,04 Euro. Für den zweiten Anlauf an den Kapitalmarkt hatte die bisher in Privatbesitz stehende Airline nach schleppender Nachfrage den Kaufpreis und das Aktienvolumen deutlich gesenkt. Die eigentlich für vergangenen Freitag geplante Emission musste verschoben werden.

Vorstandschef Joachim Hunold zeigte sich «sehr zufrieden» mit der Börsenpremiere. Nun könne Air Berlin «in die Zukunft investieren». Der nach Wacker Chemie zweitgrößte deutsche Börsengang des Jahres, mit dem sich Air Berlin für weiteres Wachstum rüsten will, bringt nach der Preissenkung aber geringere Einnahmen als zunächst geplant. Der Emissionserlös beträgt nach Unternehmensangaben 443,5 Millionen Euro. Bei voller Ausübung einer Mehrzuteilungsoption wären maximal bis zu 510 Millionen Euro erreichbar, nachdem ursprünglich bis zu 872 Millionen Euro angepeilt worden waren.

Dem Unternehmen selbst sollen nun 234,8 Millionen Euro zufließen, wovon nach Abzug der Kosten für den Börsengang 194,8 Millionen Euro übrig bleiben. Ursprünglich hatten Hunold und die begleitenden Banken unter dem Strich mit 290 Millionen Euro frischem Kapital kalkuliert. Der restliche Emissionserlös geht an die bisherigen Anteilseigner. Die Preisspanne der Aktien für den Börsengang war auf 11,50 bis 14,50 Euro gesenkt worden, nachdem das angestrebte Niveau von 15,00 bis 17,50 Euro am Finanzmarkt nicht ausreichend akzeptiert wurde. Auf der Basis des neuen Preises war die Emission zweifach überzeichnet.

Hunold: "Wachstumsziele nicht gefährdet"

Trotz der geringeren Erlöse seien die Wachstumsziele «überhaupt nicht gefährdet», sagte Hunold. Neben der Ausweitung des Angebots sollen die Einnahmen vor allem zur Finanzierung bereits bestellter neuer Flugzeuge genutzt werden. Es sei genug Liquidität in der Kasse, um die Pläne umzusetzen. «Wir werden in der Flugzeugfinanzierung etwas umstrukturieren, aber von unserem Wachstumspfad brauchen wir nicht abgehen», sagte Hunold. Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler bezeichnete den Ausgabepreis von 12 Euro als vernünftig für das Unternehmen. «Viel Luft ist nicht in der Aktie», räumt er aber ein. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen rote Zahlen. (tso/dpa)

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