• Zweiter Ausgang auf allen U-Bahnhöfen – das wird noch dauern 16-Millionen-Euro-Programm für Sicherheit der Fahrgäste soll erst 2007 abgeschlossen sein

Berlin : Zweiter Ausgang auf allen U-Bahnhöfen – das wird noch dauern 16-Millionen-Euro-Programm für Sicherheit der Fahrgäste soll erst 2007 abgeschlossen sein

Klaus Kurpjuweit

Bei elf U-Bahnhöfen, die bis 2006/2007 zur Sicherheit der Fahrgäste einen zweiten Ausgang erhalten sollen, kann auch schon Mal die BVG verwirrt sein und die Termine durcheinander bringen. Am Dienstag gab es dazu nach dem U-Bahn-Brand im koreanischen Daegu widersprüchliche Angaben. Immerhin wurden die Termine auch schon mehrfach verschoben. Angekündigt worden war der Bau bereits kurz nach dem Brand auf dem Bahnhof Deutsche Oper am Tag der Love Parade im Sommer 2000. Feuerwehrchef Albrecht Broemme hat den Bau zweiter Ausgänge als Fluchtweg nach der Katastrophe in Korea jetzt erneut gefordert.

Einen neuen zweiten Ausgang gibt es inzwischen aber lediglich am Bahnhof Rathaus Schöneberg. In diesem Jahr folgen sollen die Stationen Viktoria-Luise-Platz und Innsbrucker Platz der Linie U 4 sowie Schillingstraße (U 5) und Britz-Süd (U 8). Rund 16 Millionen Euro sind als Baukosten für die elf Stationen veranschlagt.

Am Geld scheitern werden die Arbeiten nicht, versicherte gestern BVG-Sprecherin Barbara Mansfield. Die Finanzierung sei gesichert. In der Vergangenheit hatte es aber Abstimmungsprobleme zwischen der Stadtentwicklungsverwaltung, die die Kostenpläne genehmigen muss, und der BVG gegeben. Dadurch hatten sich die Arbeiten verzögert.

Ende des vergangenen Jahres kündigte die BVG dann die Aufnahme der Arbeiten am Viktoria-Luise-Platz an. Nach dem Markieren des neuen Ausgangs tat sich aber auch dann zunächst wochenlang nichts mehr. Eine Erklärung dazu gab es gestern nicht. Begonnen haben inzwischen auch die Arbeiten auf der Station Innsbrucker Platz. Die neuen Ausgänge sollen jeweils im Juni 2003 fertig sein. Am Viktoria-Luise-Platz rechnet die BVG mit Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro, am Innsbrucker Platz sind Ausgaben in Höhe von knapp 850 000 Euro vorgesehen.

Die BVG hat mit den Arbeiten auf der verhältnismäßig wenig genutzten Linie U 4 (Nollendorfplatz – Innsbrucker Platz begonnen, weil der Aufwand dort am geringsten ist. Die von der damals selbstständigen Stadt Schöneberg gebaute Strecke, die 1910 eröffnet worden war, ist weitgehend als so genannte Unterpflasterbahn in geringer Tiefe angelegt worden. So lässt sich ein weiterer Ausgang mit einem Durchbruch der Tunneldecke errichten.

Noch einfacher war die Lösung am Rathaus Schöneberg. Der Bahnhof führt dort fast wie eine Brücke durch den Volkspark; große Fenster lassen einen Blick auf die Grünanlage zu. In eines der Fenster hat die BVG jetzt eine Nottür eingebaut und einen Weg dorthin vom Bahnsteig über die Gleise angelegt. So musste sie dafür nur rund 60 000 Euro aufwenden.

Relativ billig wird es auch am Bahnhof Schillingstraße der U 5. Dort gab es bereits den zweiten Ausgang, der in der DDR aber geschlossen worden war. Die einen sagen, um Platz für die Ehrentribünen der SED-Prominenz bei großen Vorbeimärschen zu schaffen, die anderen verweisen darauf, dass sich der Ausgang zu nahe am benachbarten Bahnhof Alexanderplatz befunden habe. Deshalb habe man den Ausgang geschlossen, als die Karl-Marx-Allee nach dem Krieg verbreitert worden war. Jetzt wird es auch nur einen Zugang zur Straße geben, was die Kosten auf etwa 500 000 Euro beschränkt. Wie in Britz Süd sollen die Arbeiten bis August dauern.

Aufwändiger wird es auf den anderen Stationen sein. An der Uhlandstraße der U 15, wo ebenfalls einst ein weiterer Ausgang vorhanden war, hat die BVG in diesem Bereich ein elektronisches Stellwerk installiert. Hier werden die Arbeiten deshalb auch mehr als eine Million Euro kosten. Erhebliche bauliche Probleme schaffen die neuen Ausgänge auf den Stationen Theodor-Heuss-Platz, Sophie-Charlotte-Platz und Deutsche Oper der U 2, wo die Arbeiten bis 2004/2005 dauern sollen. An der Oper werden die Arbeiten mit 3,85 Millionen Euro am teuersten, die beiden anderen Stationen werden jeweils mehr als 2 Millionen Euro kosten. Abgeschlossen werden soll das Bauprogramm dann 2006/07 mit den Bahnhöfen Konstanzer Straße und Rudow der U 7.

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