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Zweiter Marathon für Flüchtlinge : "Freedom Marathon" soll Ergänzung zum Berlin-Marathon sein

Berlin bekommt noch einen Dauerlauf: Eine belgische Firma will den „Freedom Marathon Berlin“ veranstalten – und Flüchtlingen helfen. Beim Berlin-Marathon ist man skeptisch.

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Läufer in Berlin
Nächstes Jahr soll nicht nur im Herbst, sondern zusätzlich im Mai ein Marathon in Berlin stattfinden.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Berlin gilt schon als schnellstes Pflaster der Welt, weil hier regelmäßig der Weltrekord im Marathon verbessert wird. Jetzt kommt noch eine laufende Besonderheit dazu. Am 15. Mai 2016 soll erstmals ein zweiter Marathon stattfinden. Eingebunden wird er in den Big 25 mit Start und Ziel am Olympiastadion. Wer Marathon läuft, biegt auf dem Weg zurück ins Stadion in die Suarezstraße ein und läuft noch einen zweiten Halbmarathon. „Wir wollen Berlin positionieren als einzige Stadt, die zwei bedeutende Marathonläufe veranstaltet“, sagt Gerhard Janetzky. Er ist nicht nur Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbandes, sondern auch Geschäftsführer des belgischen Veranstalters Golazo Sports GmbH, der Events wie das Leichtathletik-Meeting in Brüssel austrägt, aber auch den Big 25.

Dieser Lauf war der erste Straßenlauf Deutschlands, er startete als „Franzosenlauf“, weil er damals von den französischen Alliierten in Berlin mit ins Leben gerufen wurde. Der Berlin-Marathon kam ein halbes Jahr später auf die Straße. „Wir wollten mit unserer Veranstaltung weiter wachsen“, sagt Janetzky, der auch viele Jahre Meeting-Direktor des Istaf war. Das sei der Hauptgrund für die Entscheidung gewesen, zusätzlich zu 10 Kilometern, Halbmarathon und 25 Kilometern die prominenteste Straßenlaufstrecke mit ins Programm zu nehmen. Die Veranstaltung soll auch einen neuen Namen bekommen: „Freedom Marathon Berlin“. Ein Teil der Teilnehmergebühren und andere Spendenerlöse sollen der Flüchtlingsarbeit zugute kommen, aber nicht in Berlin, sondern im Ausland. „Unser Partner ist die Uno, das Geld soll das Flüchtlingshilfswerk UNHCR bekommen“, sagt Janetzky. Das Spendenthema könne sich aber wandeln. „Wir sind kein Flüchtlingsmarathon, sondern ein Freedom Marathon.“ Gleichwohl soll zum Beispiel auch ein gemeinsamer Lauftreff mit Flüchtlingen angeboten werden.

Der Veranstalter des Berlin-Marathons, die SCC Events GmbH, nahm den Zuwachs nicht gerade freudig auf. Der Sportliche Direktor Mark Milde sagte, dass man die Meldung mit großer Überraschung zur Kenntnis genommen habe. „Zumal wir vom SCC in den vergangenen Jahren das Gefühl hatten, dass ein Mehr an sportlichen Großveranstaltungen in Berlin nicht gewünscht ist.“ So habe der SCC vor zwei Jahren einen Ironman geplant. Doch der Senat habe das Vorhaben gestoppt. Und auch in der Durchführung sieht er ein Problem: „Sollte quasi die alte Strecke mehr oder weniger zwei Mal gelaufen werden, wäre Charlottenburg weitere drei Stunden eingekesselt.“

Janetzky sieht das gelassener: „Es gibt keine großen neuen Sperrungen.“ Und anstatt einer Konkurrenz sei seine Veranstaltung eine Ergänzung. „Der Berlin-Marathon ist doch schon nach kurzer Zeit ausgebucht. Wir stehen eher in Konkurrenz zu den Frühjahrs-Marathons in Hamburg und Düsseldorf.“ Bis zu 20 000 Teilnehmer sollen zugelassen werden, inklusive der bis zu 13 000 Läufer, die sich schon jetzt für die drei angebotenen Strecken anmelden. Den Weltrekord will Janetzky auch nicht angreifen. „Unsere Strecke ist nicht so flach. Der Schnellste wird bei uns etwa zwei bis drei Minuten später als beim Berlin-Marathon ins Ziel kommen.“

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